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Niederlande: Chef der Sozialdemokraten tritt ab

Niederlande Chef Sozialdemokraten tritt
(c) EPA (VALERIE KUYPERS)
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Zeitgleich mit seinem Rücktritt warb der niederländische Sozialdemokraten-Chef Wouter Bos für den Amsterdamer Bürgermeister als seinen Nachfolger. Job Cohen gilt als Alternative zum Rechtspopulisten Wilders.

Knapp drei Monate vor den vorgezogenen Wahlen in den Niederlanden ist der Vorsitzende der Sozialdemokratischen Partei, Wouter Bos, zurückgetreten. Der ehemalige Finanzminister warb am Freitag zugleich für den Amsterdamer Bürgermeister Job Cohen als seinen Nachfolger an der Parteispitze. Cohen solle die Sozialdemokraten in die Wahl führen, er wäre ein hervorragender Ministerpräsident, sagte Bos vor Journalisten. Umfragen zufolge hat Cohen bei den Wählern mehr Chancen auf Zustimmung als Bos. Es wurde damit gerechnet, dass Cohen noch am Freitag die Führung der Sozialdemokraten übernimmt.

Bos hatte im Februar die Regierungskoalition mit den Christdemokraten von Jan Peter Balkenende im Streit um den Afghanistan-Einsatz niederländischer Truppen beendet. Er versprach sich von der Ablehnung des Kampfs am Hindukusch Vorteile bei der damit erzwungenen Neuwahl. Doch inzwischen konnte die Partei des rechtsgerichteten Islamkritikers Geert Wilders Wähler in ihr Lager ziehen.

"Unserem Land droht die Spaltung"

Er wolle mehr Zeit mit seiner Familie verbringen, sagte Bos, Vater von drei kleinen Kindern, zur Begründung seines Rücktritts. Er stand sieben Jahre lang an der Spitze der PvdA. Seit Februar 2007 bis zum Auseinanderbrechen der Regierungskoalition vor drei Wochen war er Finanzminister und stellvertretender Ministerpräsident. "Unserem Land droht die Spaltung entlang ethnischer, kultureller und religiöser Linien", sagte Bos. "Wir brauchen eine Führung, die unser Land eint und es nicht auseinanderfallen lässt."

(APA/Reuters/apn)