Das in einem Jahrzehnt der Forschung gesammelte Wissen über die Wiener Hofburg wird nun in einem virtuellen Modell zugänglich gemacht. Die Entwickler betreten dabei laufend Neuland.
Die Forschungsaufgabe war ähnlich riesig wie ihr Objekt: Mehr als zehn Jahre hat ein Team von Kunsthistorikern der Akademie der Wissenschaften (ÖAW) gemeinsam mit Partnern die Bau- und Funktionsgeschichte der Wiener Hofburg erforscht. Dieser Komplex ist nichts weniger als das größte baulich zusammenhängende Profangebäude Europas – mit rund 3000 Zimmern in 18 Trakten, mit 19 Höfen, 54 Stiegenhäusern und 240.000 Quadratmetern bebauter Fläche.
Im Zuge des Langzeitprojektes ist eine riesige – großteils digitalisierte – Sammlung von Tausenden Plänen, ebenso vielen Abbildungen und noch viel mehr Seiten an Archivmaterialien entstanden, die die Entwicklung der Wiener Hofburg vom 13. bis ins 20 Jahrhundert in allen Details dokumentiert. Für fünf umfangreiche Publikationen wurden von Experten der TU Wien überdies zwölf detaillierte 3-D-Rekonstruktionen des Hofburgkomplexes zu unterschiedlichen Zeitpunkten angefertigt.