USA ziehen Botschaftspersonal aus Nicaragua ab

Bei Protesten gegen die Regierung in Nicaragua wurden seit April mehr als 230 Menschen getötet. Die USA warnen vor Reisen in das Land und holen Botschaftspersonal zurück.

Angesichts der gespannten Lage in Nicaragua hat die US-Regierung angeordnet, das nicht dringend erforderliche Personal von der Botschaft in Managua abzuziehen. Zugleich wurden US-Bürger am Freitag wegen "Verbrechen, Unruhen und begrenzter Verfügbarkeit von medizinischer Versorgung" vor Reisen in das zentralamerikanische Land gewarnt, wie die Botschaft mitteilte.

Die Proteste in Nicaragua hatten Mitte April begonnen, als Sicherheitskräfte Demonstrationen gegen Rentenkürzungen gewaltsam niederschlugen. Bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften wurden mehr als 230 Menschen getötet und rund 1500 weitere verletzt. Die Regierungsgegner fordern mittlerweile den Rücktritt von Staatschef Daniel Ortega und seiner Ehefrau, Vizepräsidentin Rosario Murillo, sowie vorgezogene Wahlen.

Die Regierung hat für Samstagnachmittag zu einer Demonstration zu ihrer Unterstützung aufgerufen. Die oppositionelle Bürgerallianz berief ihrerseits für kommenden Donnerstag einen Protestmarsch ein, auf den einen Tag später ein 24-stündiger Generalstreik folgen soll.