Schweden gegen England: Der englische Traum wird immer realer

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England gewann das Viertelfinale gegen Schweden nach Toren von Maguire (30.) und Alli (59.) mit 2:0. Im Halbfinale wartet nun Russland oder Kroatien.

Englands Fußball-Nationalmannschaft darf weiter vom zweiten WM-Titel der Geschichte träumen. Mit einem 2:0 (1:0) gegen Schweden stießen die Three Lions am Samstag erstmals seit 1990 wieder ins Halbfinale einer Weltmeisterschaft vor. Dort wartet am kommenden Mittwoch im Moskauer Luschniki-Stadion entweder Gastgeber Russland oder Kroatien.

Im dritten Viertelfinal-Duell des Turniers gingen die Engländer in Samara durch Harry Maguire in der 30. Minute in Führung. Der Innenverteidiger traf nach einem Eckball per Kopf zu seinem ersten Treffer im Nationalteamtrikot. Dele Alli gelang in der 59. Minute ebenfalls per Kopf eine Vorentscheidung für die Mannschaft von Manager Gareth Southgate. Englands Torhüter Jordan Pickford machte knapp vor und nach dem 2:0 gute Möglichkeiten der Schweden zunichte.

Englands Erfolg ging kein fußballerischer Leckerbissen voraus. Die Schweden agierten vor allem in der ersten Spielhälfte destruktiv. Auch die mit unveränderter Start-Formation eingelaufenen Briten nahmen das Heft zwar in die Hand, wollten gleichzeitig aber keine Räume für Konter aufmachen. Schweden, wo Emil Krafth rechts hinten den gesperrten Mikael Lustig ersetzte, stand diszipliniert und machte im Zentrum dicht.

Größter Aufreger der ersten halben Stunde war ein Flachschuss von Harry Kane (19.) aus rund 20 Metern, der an Schwedens Schlussmann Robin Olsen, aber auch am Tor vorbeiging. Englands Kapitän - dessen sechs WM-Treffer mehr sind, als die gesamte schwedische Mannschaft (5) im gesamten Turnierverlauf erzielt hat - war bemüht, sich in Stellung zu bringen, hatte gegen die robusten Nordländer jedoch zu kämpfen.

Die Schweden waren auch erpicht, dem Spiel das Tempo zu nehmen. Für den Weltmeister von 1966 musste wieder einmal eine Standardsituation herhalten. Maguire stieg nach einem Eckball von Ashley Young zum Luftduell mit Emil Forsberg hoch, in dem der Leipzig-Profi gegen den 25-Jährigen von Leicester City klar den Kürzeren zog. Der zehnte WM-Treffer Englands fiel damit zum achten Mal im Anschluss an einen ruhenden Ball.

Berg vergibt Ausgleichschance

Schweden musste reagieren, lief aber Gefahr, noch das zweite Gegentor einzufangen. Raheem Sterling war nach einem langen Ball in der Schlussminute der ersten Spielhälfte plötzlich auf und davon, Olsen blieb im Eins-gegen-Eins aber Sieger. Von den Blaugelben war in der gegnerischen Spielhälfte fast überhaupt nichts zu sehen. Bei der vermeintlich besten Möglichkeit wurde der Richtung Tor stürmende Marcus Berg in der 25. Minute fälschlicherweise wegen Abseits zurückgepfiffen.

Ihrer Vorstellung in den ersten 45 Minuten zum Trotz hätten die Schweden unmittelbar nach Wiederanpfiff fast ausgeglichen. Berg kam zum Kopfball, Pickford war mit der Hand zur Stelle (47.). Englands Held im Elfmeterdrama im Achtelfinale gegen Kolumbien durfte sich kurz darauf erneut freuen. In einer englischen Druckphase fand Jesse Lingard per Flanke den sträflich vernachlässigten Alli, der aus wenigen Metern per Kopf keine Probleme hatte.

Pickford bewahrte die Three Lions dann ein weiteres Mal vor einem Rückschlag, als er sich bei einem Abschluss von Viktor Claesson erneut lang machte (62.). Der offenbar hoch motivierte Everton-Schlussmann drehte zum Drüberstreuen noch einen Berg-Schuss mit den Fingerspitzen über die Latte. Schweden konnte danach nicht mehr zulegen und muss weiter auf das erste WM-Halbfinale seit Platz drei in den USA 1994 warten.

(APA)

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