In einem orientierungslosen europäischen Börsenumfeld konnte der Wiener Aktienmarkt einen Großteil seines erarbeiteten Kursgewinns aus dem Verlauf ins Wochenende nehmen.
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 20,07 Punkte oder 0,80 Prozent auf 2.538,39 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund zehn Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2528 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr MEZ: Dow Jones/New York +0,09 Prozent, DAX/Frankfurt +0,27 Prozent, FTSE/London +0,21 Prozent und CAC-40/Paris -0,02 Prozent.
Wall Street richtungslos
In einem orientierungslosen europäischen Börsenumfeld konnte der Wiener Aktienmarkt einen Großteil seines erarbeiteten Kursgewinns aus dem Verlauf ins Wochenende nehmen. Vor allem die richtungslose Tendenz an der Wall Street verunsicherte die europäischen Börsen sichtlich, hieß es aus dem Handel.
Die US-Konjunkturdaten sind indessen durchwachsen ausgefallen. Während die Einzelhandelsumsätze für Februar besser als erwartet ausfielen, enttäuschte der Index zum Verbrauchervertrauen die Markterwartungen.
bwin stärkster Wert im prime market
Die Nachrichtenlage zu den heimischen Unternehmen blieb zum Wochenausklang sehr dünn. Erst in der kommenden Woche stehen mit der Post, Zumtobel und Mayr-Melnhof drei ATX-Mitglieder mit Geschäftszahlen auf der Agenda. Marktrelevante Impulse wurden am Freitag somit einzig von Analystenseite geliefert.
Bei den bwin-Aktien hat Marktbeobachtern zufolge eine Studie von Goldman Sachs für reges Kaufinteresse bei den Investoren gesorgt. Die Experten haben die bwin-Titel schon am Donnerstag in ihre Empfehlungsliste "Conviction Buy List" aufgenommen und das Kursziel von 54,0 auf 66,0 Euro angehoben. Als stärkster Wert im prime market kletterten bwin um 6,74 Prozent auf 46,22 Euro.
Telekom Austria im Minus
Die Wertpapierspezialisten der Royal Bank of Scotland (RBS) haben die Aktien der Erste Group von "hold" auf "buy" hochgestuft und das Kursziel von 32 auf 35 Euro angehoben. Erste-Papiere schlossen um 0,88 Prozent höher bei 29,70 Euro. Die Erste Group hat ihrerseits das Kursziel für Intercell von 33,6 auf 27,0 Euro zurückgenommen. Die Analysten rechnen für das Jahr 2010 außerdem mit einem Fehlbetrag von 0,34 Euro je Aktie. Intercell sanken um 0,84 Prozent auf 20,00 Euro.
Indessen haben die Wertpapierspezialisten der Deutschen Bank das Kursziel für die Aktien der Feuerfestkonzerns RHI von 23,0 auf 30,0 Euro angehoben. RHI hatte am Donnerstag vorläufige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr präsentiert und wurden an der Börse mit regem Kaufinteresse belohnt. Am Freitag legten die Titel weiter um 1,75 Prozent auf 23,90 Euro zu.
Unter den Indexschwergewichten konnten Raiffeisen International 2,16 Prozent auf 33,16 Euro und voestalpine 1,20 Prozent auf 27,75 Euro gewinnen. Telekom Austria drehten ins Minus und schlossen mit minus 0,41 Prozent bei 9,70 Euro.
(APA)