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Rettungstaucher aus aller Welt halfen bei der Aktion

(c) REUTERS (SOE ZEYA TUN)
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Hilfe. Britische Taucher waren als Erste bei den Buben.

Chiang Rai/Wien. Rund 50 Taucher aus Großbritannien, Australien, Dänemark, China und den USA sowie 40 Taucher aus Thailand waren an der Rettungsaktion beteiligt: Viele von ihnen gelten als die besten Höhlentaucher der Welt mit der nötigen Expertise, um solch eine risikoreiche Operation durchführen zu können.

Einer der ersten Taucher an der Tham-Luang-Höhle war der Brite Vernon Unsworth. Er lebt in der Nähe des Unglücksortes und erforscht seit sechs Jahren das Tunnelsystem. Nur einen Tag nachdem das Verschwinden der zwölf Kinder und ihres Trainers bekannt wurde, machte er sich auf den Weg dorthin. Unsworth alarmierte zwei befreundete Taucher in Großbritannien, Richard Stanton (56), einen Berufsfeuerwehrmann, und John Volanthen (47), IT-Spezialist. Drei Tage später trafen sie bei der Höhle ein. Beide sind Freiwillige bei der britischen Höhlenrettung. Ihre Stimmen sind auch auf dem Video vom 2. Juli zu hören, das die Entdeckung der unversehrten Buben zeigt.

Australischer Arzt

Von Anfang an dabei war auch der Australier Richard Harris. Der Anästhesist und erfahrene Höhlentaucher aus Adelaide unterzog die eingeschlossenen Buben und den Trainer medizinischen Tests und betreute sie die gesamte Zeit in der Höhle. Harris tauchte an allen drei aufeinanderfolgenden Tagen der Rettungsaktion in das Höhleninnere. Und am Dienstag war er auch der Letzte, der die Höhle verließ. (zoe)

Die Rettung

Phase 1

1. Tag Samstag, 23. Juni: Nach dem Fußballtraining steigen die zwölf Buben und ihr Coach in die Tham-Luang- Höhle, es regnet heftig. Am Abend melden Eltern ihre Kinder als vermisst – deren Fahrräder und Sportsachen werden beim Eingang der Höhle entdeckt.
2. Tag Hand- und Fußabdrücke werden den Vermissten zugeordnet, Angehörige wachen vor der Höhle.
3. Tag Thai-Navy-Taucher beginnen die Suche nach den Fußballern. 4. Tag Die Vermissten werden in einer „Pattaya Beach“ genannten Luftkammer vermutet. Starke Strömungen in komplett überfluteten Bereichen lassen die Helfer nicht weiterkommen.
5. Tag Mehr als 30 US-Soldaten und britische Tauchexperten verstärken die Hilfstruppen. Regenwasser wird aus der Höhle abgepumpt.
6. Tag Anhaltende Regenfälle erschweren weiterhin die Rettung.
7. Tag Thailands Premier Chan-ocha besucht die Helfer und Angehörigen.
8. Tag Eine Regenpause ermöglicht den Tauchern wieder weiter in die Höhle vorzudringen.
9. Tag In Kammer 3 wird eine Basisstation errichtet, u. a. werden hunderte Druckluftflaschen hineingebracht.

Phase 2

10. Tag Die britischen Höhlentaucher entdecken alle Vermissten wohlauf ca. 400 m nach „Pattaya Beach“.
11. Tag Spezialnahrung und Medikamente für die Eingeschlossenen. Es könnte Monate dauern, bis das Wasser den Weg aus der Höhle frei macht. 12. Tag Die Kinder und ihr Trainer üben den Umgang mit Tauchgeräten.
13. Tag Prognostiziertes Regenwetter und sinkender Sauerstoffgehalt in der Höhle erfordern nun rasches Handeln.
14. Tag Ein ehemaliger Soldat der Thai Navy verliert bei einem Versorgungstauchgang das Bewusstsein und stirbt.
15. Tag Hoffungsvolle Nachrichten der Eingeschlossenen erreichen ihre Angehörigen. Zum Tauchen seien sie noch nicht bereit, sagt der Einsatzleiter.

Phase 3

16. Tag Die ersten vier Buben werden von bis zu 19 Höhlentauchern ins Freie und umgehend in ein Spital gebracht.
17. Tag Vier weitere Kinder werden gerettet und ebenfalls streng von der Ö_entlichkeit abgeschirmt.
18. Tag Die letzten vier Fußballer, ihr Trainer und die bei ihnen gebliebenen Helfer können die Höhle verlassen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.07.2018)