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Höhlendrama: Wasserpumpen-Ausfall hätte beinahe Katastrophe ausgelöst

Angeblich setzten die Wasserpumpen in der thailändischen Tham Luang-Höhle kurz nach der Rettung der Gruppe aus.
Angeblich setzten die Wasserpumpen in der thailändischen Tham Luang-Höhle kurz nach der Rettung der Gruppe aus.REUTERS
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Kurz nachdem die Retter den Trainer ins Freie gebracht hatten fiel die zentrale Pumpe aus. Die Ärzte sind mit dem Gesundheitszustand der Geretteten zufrieden.

Manche sprechen von einem Wunder, dass die zwölf Buben und ihr Fußballtrainer bei der spektakulären Rettung aus dem Tham Luang-Höhlensystem unverletzt blieben. Manche sprechen von einem Wunder der Technik. Doch nachdem der Trainer als letzter der 13-köpfigen Gruppe aus der Höhle per gefährlichem Tauchgang gerettet werden konnte, versagte die Technik, wie australische Taucher der britischen Zeitung "Guardian" berichten. Noch während Retter in der Höhle waren, fielen Wasserpumpen aus.

Taucher und Rettungskräfte seien noch rund 1,5 Kilometer tief in der Höhle gewesen, um Equipment einzusammeln, als die Hauptpumpe ausgefallen sei. Das Wasser stieg dem Bericht zufolge rasch an. Das australische Taucher-Trio sei in "Kammer drei" stationiert gewesen, als es Schreie hörte. Helfer, die Tiefe in der Höhle stationiert gewesen waren, versuchten trockenes Areal zu erreichen. "All diese Taschenlampen-Lichter begannen über den Hügel zu leuchten und das Wasser kam... Es stieg bemerkbar an", berichtete einer der Australier, der anonym bleiben möchte, weil er nicht autorisiert sei, über die Rettung Auskunft zu geben.

Die etwa 100 Arbeiter in der Höhle seien so rasch wie möglich zum Höhlenausgang geeilt und waren weniger als eine Stunde Später dort - inklusive der letzten drei Taucher der thailländischen Navy Seals und dem Arzt der in den letzten Tagen die Burschen betreut und fit gehalten hatte.

Für jenen australischen Arzt Richard Harris, der nach dem Höhlendrama in Nordthailand als Held gefeiert wird, gab es allerdings auch traurige Nachrichten aus seiner Heimat. Kurz nach der Rettung der Kinder ist sein Vater verstorben. Täglich legte der Anästhesist aus Adelaide zuletzt den gefährlichen, vier Kilometer langen unterirdischen Weg zurück, um den Gesundheitszustand der zwölf jungen Fußballer und ihres Trainers zu untersuchen.

Gerettete wohlauf

Die zwölf Buben und ihr Trainer sind nach Aussage ihrer Ärzte physisch und psychisch wohlauf. Amtsarzt Thongchai Lertvilairattanapong hob bei einer Pressekonferenz am Mittwoch im Krankenhaus in Chiang Rai ihren "sehr guten mentalen Zustand" hervor.

"Das ist wahrscheinlich deshalb, weil sie die ganze Zeit gemeinsam als ein Team verbrachten, wo einer dem anderen hilft", sagte er. "Alle von ihnen sind bei guter körperlicher Gesundheit, ohne irgendein Fieber oder schwere Infektionen. Nur drei von ihnen haben leichte Lungenentzündungen", sagte Thongchai. Die ganze Gruppe - zwölf Buben im Alter zwischen 11 und 16 und ihr 25-jähriger Trainer - würden bis zu eine Woche im Krankenhaus bleiben, um ihre weitere Behandlung sicherzustellen.

Deshalb können die Nachwuchsfußballer auch nicht zum WM-Finale am Sonntag in Moskau reisen, zu dem sie FIFA-Präsident Gianni Infantino eingeladen hatte. Die Ärzte versicherten aber, dass sie das Spiel im Fernsehen sehen könnten.

Die Gruppe war am 23. Juni in der Tropfsteinhöhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non rund 1000 Kilometer nördlich von Bangkok unterwegs, als Wassermassen ihnen den Rückweg abschnitten. Sie wurden in drei Gruppen am Sonntag, Montag und Dienstag aus der Höhle ans Tageslicht gebracht.

>> Der Artikel im "Guardian"

(APA/dpa)