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Bottas bleibt Mercedes treu, Red Bulls in Hockenheim voran

FORMULA 1 - GP of Austria 2018
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Der Finne Valtteri Bottas bleibt auch im kommenden Jahr und wohl darüber hinaus der Teamkollege von Lewis Hamilton. In Hockenheim fahren die Red Bulls an der Spitze.

Dies gab das Werksteam am Freitagvormittag vor dem ersten Training für den deutschen Heim-Grand-Prix in Hockenheim bekannt. Erst am Vortag hatte man die Vertragsverlängerung mit dem 33-jährigen Engländer Hamilton bis Ende 2020 offiziell verkündet.

Der Kontrakt mit Bottas, der auch nach dieser Saison ausgelaufen wäre, wurde um ein Jahr verlängert und enthält "eine Option auf eine weitere Saison im Jahr 2020", teilte Mercedes mit. Der 28-Jährige fährt seit dem Vorjahr für Serien-Weltmeister Mercedes und hat es bisher auf drei Grand-Prix-Siege und fünf Pole Positions im "Silberpfeil" gebracht.

"Ich freue mich sehr, auch 2019 für Mercedes an den Start zu gehen, und es ist schön, das hier in Hockenheim zu verkünden - das ist nicht nur das Heimrennen für Mercedes, sondern auch die Strecke, auf der ich 2007 meine ersten Siege im Formelsport feiern konnte", wurde Bottas in der Aussendung des Rennstalls zitiert. "Uns fehlte in den diesjährigen Rennen manchmal das Glück, aber das Team kennt meine Leistung, und der Vertrag ist ein großartiges Zeichen für das Vertrauen in mich und mein fahrerisches Können."

Wichtig ist Mercedes auch die Harmonie im Team. Denn im Gegensatz zu seinem Vorgänger Nico Rosberg - der Deutsche hatte unmittelbar nach dem WM-Titel 2016 seine Karriere beendet - kommt Bottas mit Hamilton bestens aus. "Es macht mir Spaß, mit dem Team zu arbeiten und Teamkollege von Lewis zu sein. Wir haben eine gute Beziehung - aufrichtig und unkompliziert - und versuchen immer, die besten Resultate für Mercedes zu erzielen", erklärte Bottas, der vor dem elften Saisonlauf WM-Fünfter ist.

Wie sein Teamchef Toto Wolff und Hamilton ist er froh, dass es nun keine Fragezeichen mehr gibt. "Wir sind mitten in einem harten Kampf, von daher ist es gut, dass nun Klarheit über die Zukunft herrscht - das bedeutet, dass wir uns nun voll und ganz auf den WM-Kampf konzentrieren können. Mein Ziel ist klar: Ich will weiterhin Leistungen auf hohem Niveau zeigen - und so die Entscheidung des Teams für 2020 zu einem Kinderspiel machen", kündigte Bottas an.

Wolff würdigte indes die Stärke seines Schützlings. "Valtteri hat in dieser Saison exzellente Leistungen gezeigt, und ohne unsere Fehler sowie seine Pechsträhne könnte er im Moment sogar die Fahrer-Weltmeisterschaft anführen", meinte der 46-jährige Wiener. "Als wir die Entscheidung für die Zusammenarbeit mit Valtteri im kommenden Jahr getroffen haben, ging es nicht nur um seinen unzweifelhaften Speed und seine Arbeitsmoral, es war auch eine Charakterfrage. Seine Beziehung zum Team - Lewis eingeschlossen - ist offen, vertrauensvoll und komplett ohne politische Spielchen."

Und genau darauf komme es im Titelkampf an, um am Ende erfolgreich zu sein. "Das sind die Zutaten, die man braucht, wenn man in beiden Weltmeisterschaften gegen starke Rivalen kämpft - und es spiegelt auch unsere Werte als Team wider", betonte Wolff. "Ich bin hocherfreut, dass Valtteri ein Teil unseres Teams bleibt, und freue mich darauf, noch viele weitere Erfolge mit ihm zu feiern."

Red Bulls an der Spitze

Die Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen zeigten sich in den freien Trainings für den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim in guter Form. Nach Ricciardo am Vormittag erzielte am Nachmittag Verstappen Trainingsbestzeit und verwies Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes um 0,026 Sekunden auf Platz zwei.

Dritter wurde Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas (+0,105 Sek.) nur wenige Stunden nach der Bekanntgabe seiner Vertragsverlängerung vor Lokalmatador Sebastian Vettel im Ferrari (+0,207 Sek.). Damit nährte Vettel die Hoffnungen auf seinen ersten Formel-1-Sieg auf dem Hockenheimring beim vorerst letzten Heim-Grand-Prix noch nicht. Schon in der ersten Session landete der Ferrari-Star nur auf Rang vier.

Nach den Trainings wollte er die Erwartungen für Sonntag nicht zu hoch ansetzen. "Ich glaube, es wird eng. Red Bull ist überraschend stark. Wir müssen mit ihnen rechnen", sagte Vettel. Der Red Bull lag auf dem 4,574 Kilometer langen Kurs mit dem berühmten Motodrom dagegen gut auf der Straße.

Red Bulls Motorsport-Konsulent Helmut Marko wollte die Zeiten im ORF-Interview aber nicht überbewerten: "Diese Zeiten sind ohne Party-Modus, da kommen noch zwei drei, Zehntel dazu. Generell schaut es nicht schlecht aus, der Reifenverschleiß ist enorm." Verstappen drehte in der zweiten Einheit nur 18 Runden und pausierte zwischenzeitlich, da er über eigenartige Geräusche beim Schalten berichtete.

Die Qualifikation am Samstag (15.00 Uhr) und das elfte Saisonrennen am Sonntag (15.10 Uhr/jeweils live ORF eins) dürften für den Niederländer zu einer gefühlten Heimveranstaltung werden. Zig Tausende niederländische Fans in orange wollen den 20-Jährigen zum zweiten Sieg nach dem Erfolg beim Red-Bull-Heimrennen beim Österreich-Grand-Prix in Spielberg treiben.

Der Vormittags-Schnellste Ricciardo konzentrierte sich am Nachmittag ganz auf Longruns und landete deshalb mit 1,597 Sekunden Rückstand auf seinen Teamkollegen Verstappen lediglich an der 13. Stelle. Der Tausch von zahlreichen Motorteilen bei Ricciardo, der damit am Sonntag von ganz hinten starten muss, wurde "im Hinblick auf die nächsten beiden Rennen" getroffen.

"In Ungarn sind wir immer stark", merkte Marko mit Blick auf den letzten Grand Prix am 29. Juli vor der vierwöchigen Sommerpause vor den Toren Budapests an. Zur Vertragsverlängerung des Australiers meinte Marko: "Wir haben es nicht eilig, es muss für beide Parteien passen, wir sind auf einem guten Wege."

(APA)