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Lassen Sie sich nicht manipulieren: Machiavelli light - typische Machtspiele

Hinter dem roten Einband verbergen sich Meisterstrategien der Manipulation, verfasst von Machiavelli um 1513.pixabay
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Folge 11/17. Dieses Büchlein bringt viele Manipulatoren auf teuflische Ideen. "Der Fürst" von Machiavelli, ein Machwerk, das die Intrige lehrt, um die Macht zu erlangen.

Im Grunde war Macht bereits bei allen Methoden dieser Serie ein zentrales Thema. Sich durchsetzen, etwas blockieren, den anderen von seinem Ziel abbringen - dies alles sind Varianten von Machtspielen.

Viele Phänomene der psychologischen Manipulation haben mit Macht zu tun. Macht ist auf hervorragende Weise manipulatorisch einsetzbar. Lesen wir im Buch von Machiavelli:

"Denn die Art, wie man lebt, ist so verschieden von der Art wie man leben sollte, dass, wer sich nach dieser richtet statt nach jener, sich eher ins Verderben stürzt, als für seine Erhaltung sorgt; denn ein Mensch, der in allen Dingen nur das Gute tun will, muss unter so vielen, die das Schlechte tun, notwendig zugrunde gehen. Daher muss ein Fürst, der sich behaupten will, imstande sein, schlecht zu handeln, wenn die Notwendigkeit es erfordert."
Machiavelli, Der Fürst, S. 78

Die Grundlage dieser Manipulationstaktik:


Machtdemonstrationen stärken die Position des einen und schwächen die des anderen. Beispiele für Taktiken von Machtmenschen sind:

  • Hoffnungen in den Menschen wecken: Hoffnungen sind ein wichtiger Antriebsfaktor. Ein Manipulator nutzt das, um Menschen für sich arbeiten zu lassen, im Austausch für etwas relativ vages und noch in der Zukunft liegendes. Und falls die Hoffnungen in ein paar Jahren enttäuscht werden, stehen schon neue bereit. Der Hoffnungshunger der Menschen lässt sich allzu oft mit leeren Versprechungen stillen.
  • Hilfssheriffs auswählen: Der Machtmensch sucht sich loyale Gruppen, die ein paar Privilegien erhalten. Diese sorgen für die nötige Unterstützung in der Gemeinschaft. Ihre Privilegien fassen sie als Auszeichnung oder Ehre auf. Dies schafft moralische Mittäter, denn wer gibt schon zu, dass er aus bloßem Eigeninteresse das herrschende System unterstützt. Sie werden auf höhere Werte und Ideale verweisen. Sie sorgen für Stabilität im System.
  • Innere oder äußere Feinde propagieren: Ein Feind dient als Projektionsfläche für alle Dinge, die schlecht laufen oder mit denen man unzufrieden ist. Ein guter Feinderzeugungs-Mechanismus ist zum Beispiel Neid.

Wer diese Prinzipien berücksichtigt, hat gute Chancen, seine Macht auf- und auszubauen.

Wie reagieren?


Machen Sie sich diese drei Machttaktiken bewusst. Denn Achtsamkeit ist der beste Schutz vor Manipulation. In den nächsten beiden Folgen werden zwei höchst effiziente Machtspiele vorgestellt, deren Kenntnis ebenfalls hilfreich ist. Eine davon hat das römische Imperium groß gemacht, die andere ist älter als die Antike.

Nächste Folge (12/17):
Lassen Sie sich nicht manipulieren: Divide et impera

Die Anregungen für diese Serie stammen aus dem Buch
Andreas Edmüller und Thomas Wilhelm:
"Manipulationstechniken: So wehren Sie sich"

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