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Theaterensemble bekommt Förderung nicht - und will jetzt gegen Bund klagen

Das Rauschen der Fluegel
Bild aus der Produktion "Das Rauschen der Flügel".Odeon/Stefan Schmidt
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Dem Wiener Serapions Ensemble wurde eine Bundesförderung von 300.000 Euro gestrichen. Theaterleiter Piplits denkt nun wegen Wettbewerbsverzerrung über eine Klage nach.

Das von Erwin Piplits geleitete Serapions Ensemble, das seit 1973 durch poetische, bidlstarke Theaterproduktionen auffällt, muss seine für Herbst geplante Eigenproduktion absagen. Das bestätigte der Theaterleiter gegenüber der APA nach einem Vorab-Bericht des Magazins "News". Grund ist eine nicht erhaltene Betriebssubvention seitens des Bundes in Höhe von 300.000 Euro. Jene 800.000 Euro, die man jährlich von der Stadt Wien bekommt, würden nicht ausreichen, so Piplits.

Grund für den abschlägigen Bescheid für die Betriebssubvention ist "eine ablehnende Empfehlung für eine Jahresförderung seitens des Beirats", wie Sektionschef Jürgen Meindl in einem Statement gegenüber der APA ausführt. Da das Odeon Theater aber eine "wichtige kulturelle Institution der Wiener Theaterlandschaft" ist, wolle man mit Piplits über "konkrete Projekte und über die Zukunft der Institution" sprechen. "Der Bund ist 2018 bereit, für das Odeon-Theater eine Förderung in der Höhe des Vorjahres zur Verfügung zu stellen", so Meindl.

"So kann man uns nicht behandeln"

Diesen Betrag, der einen Bruchteil der beantragten Betriebssubvention ausmacht, will Piplits jedoch nicht annehmen, wie er zur APA sagte. "Wir haben nicht darum angesucht. So kann man uns nicht behandeln. Wir sind ja nicht die freie Szene mit zwei oder drei Beteiligten. Wir beschäftigen 25 Leute, 16 davon muss ich beim AMS anmelden", so Piplits, der darauf hofft, im Jahr 2019 wieder eine Neuproduktion erarbeiten zu können. Den Herbst werde man mit Gastspielen, die ins Odeon kommen, bestreiten, im nächsten Jahr werde man zunächst versuchen, das Haus mit einer Wiederaufnahme zu bespielen.

Scharfe Kritik übt Piplits am System des Beirats und an diversen Auflagen, diese seien "praxis- und theaterfremd". Verglichen mit anderen Häusern ähnlicher Größe stehe ihm eine Betriebssubvention zu, so Piplits, der über eine Klage wegen Wettbewerbsverzerrung nachdenkt. "Wenn ich dem einen Betriebsmittel gebe und dem anderen nicht, ist das vorsätzlich", so der Theaterleiter. "Man kann das Odeon nicht behandeln wie einen dahergerannten Typen, der gerade ein Manuskript eingereicht hat." Keines der Beiratsmitglieder sei je in den Vorstellungen des Serapions Ensembles gewesen. "Das ist nicht mehr tragbar. Irgendwann muss man anfangen, sich zu wehren."

(APA)