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Marokkaner boykottieren französischen Konzern Danone

Wütende Arbeiter in Marokko
Wütende Danone-Arbeiter in Marokko: Auch sie leiden unter dem Boykott.APA/AFP/FADEL SENNA
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Ein Boykott in Marokko macht Danone zu schaffen. Verbraucher werfen dem Konzern vor, die Marktmacht zu Missbrauchen und zu hohe Preise zu verlangen.

Der französische Lebensmittelkonzern Danone verliert wegen eines Boykotts in Marokko an Tempo. Der Kundenstreik werde auch im zweiten Halbjahr die Ergebnisse des weltgrößten Joghurtherstellers belasten, erklärte der Konzern am Freitag. Verbraucher werfen Danone - aber auch anderen Großen Firmen - vor, ihre Marktmacht in Marokko zu missbrauchen und überhöhte Preise zu verlangen.

Danone hat nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte seines Marktanteils bei Frischmilch in dem nordafrikanischen Land verloren, der Umsatz brach ein. Das machte sich auch in den Zahlen des Konzerns bemerkbar. Auf vergleichbarer Basis kletterten die Konzernerlöse im zweiten Quartal um 3,3 Prozent, nachdem sie zu Jahresanfang noch um 4,9 Prozent gewachsen waren.

Gattungsbezeichnung für Jogurt

Mit der Marke Centrale Laitiére hat Danone den größten Marktanteil.  "Zeitweise war die Marktmacht von Danone in Marko so groß, dass Danone als Gattungsbezeichnung für alle Jogurtprodukte in den Sprachgebrauch übergegangen ist", schreibt die deutschsprachige "Maghreb-Post". Bei einer landesweiten Umfrage des Institutes Averty, gaben im Frühjahr 79,8 Prozent an, den Boykott zu unterstützen.

Finanzchefin Cecile Cabanis zeigte sich überzeugt, dass Danone mit dem Gegenwind in Marokko umgehen könne und die Umsatzverluste dort an anderer Stelle ausgleichen könne. Die Ziele für 2018 bekräftigte sie. Die Anleger reagierten erleichtert. Mit einem Plus von 1,8 Prozent gehörten die Danone-Aktien zu den größten Gewinnern im französischen Leitindex CAC 40.

Die Nachfrage nach Baby-Nahrung in China und Wasser des Konzerns blieb im zweiten Quartal hoch. In Nordamerika erholte sich das Geschäft mit Milcherzeugnissen. Der operative Gewinn stieg im ersten Halbjahr auf vergleichbarer Basis um 7,9 Prozent auf 1,78 Milliarden Euro.

(APA/Reuters)