Rosenkranz: "Selbstverständlich gab es Gaskammern"

Rosenkranz: ''Selbstverständlich gab es Gaskammern''
Rosenkranz: ''Selbstverständlich gab es Gaskammern''Barbara Rosenkranz (c) Reuters (Heinz-Peter Bader)
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Die FPÖ-Kandidatin präsentiert ihre inhaltlichen Wahlkampf-Schwerpunkte. Barbara Rosenkranz bestätigt dabei erstmals unmissverständlich die Existenz von Gaskammern in deutschen Konzentrationslagern.

Die freiheitliche Bundespräsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz hat sich am Donnerstag im Rahmen der Präsentation ihrer Wahlkampf-Themen eindeutig zum Holocaust geäußert: "Selbstverständlich hat es Gaskammern gegeben. Selbstverständlich hat es schreckliche Verbrechen gegeben. Kein vernünftiger Mensch stellt das in Frage", sagte sie bei ihrer Pressekonferenz.

Rosenkranz beendete mit ihrer Aussage zu den Gaskammern eine wochenlange Debatte. Kritiker hatten ihr teilweise Holocaust-Leugnung vorgeworfen. Die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin selbst sieht sich dabei als "Opfer eine Kampagne".

"Finger in Wunde legen"

Die freiheitliche Bundespräsidentschafts-Kandidatin Barbara Rosenkranz würde sich als Staatsoberhaupt mehr in aktuelle Themen einmischen. "Aufgabe des Bundespräsidenten ist es, den Finger in die Wunde zu legen", sagte sie am Donnerstag bei einer Pressekonferenz, in der sie die inhaltlichen Schwerpunkte ihres Wahlkampfes darlegte. So will sich Rosenkranz vermehrt zu den Themen Armuts- und Kriminalitätsbekämpfung äußern, wie auch eine Wertedebatte führen.

"Gegenwind der Mächtigen"

"Ich weiß, dass ich mir mit diesen Positionen den Gegenwind der Mächtigen einhandeln werde", sagte Rosenkranz. Trotzdem könne man als Bundespräsidentin die Regierung nicht aus der Verantwortung nehmen. Ihr geht es nicht um eine Einmischung ins tagespolitische Geschehen, sondern um das "Aufgreifen von großen Themen".

"Fischer unfähig"

An Amtsinhaber Heinz Fischer kritisierte Rosenkranz zugleich, dass dieser unfähig sei, grundlegende Aufgaben als Bundespräsident zu lösen. So hat sie etwa ein mahnendes Wort zu den geplanten Steuererhöhungen vermisst. "Es hätte darauf hingewiesen werden müssen, dass man die Bürger endlich aufklären muss und nicht täuschen soll", nannte sie ein Beispiel ihres Amtsverständnisses. Es sei auch kein Zeichen von Verantwortungsbewusstsein, "die Budgettricks der Bundesregierung auch noch zu decken".

Rosenkranz will Wertedebatte

Zugleich will Rosenkranz auch eine Wertedebatte im Wahlkampf führen, etwa wenn es um die Themen Familie und Heimat gehe. "Wer bei uns lebt, muss auch Bereitschaft haben, sich zu integrieren", fährt sie auch als Bundespräsidentschaftskandidatin ganz auf der Schiene ihrer Partei. Weiteres Thema werde der "Verlust der Souveränität unseres Heimatlandes", also der Lissabon-Vertrag, sein.

"Feigheit von Fischer?"

FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl forderte abermals Bundespräsident Heinz Fischer zur direkten Auseinandersetzung, bestenfalls über ein TV-Duell im ORF, auf. "Ist es Feigheit?", warf er Fischer "undemokratisches Verhalten" vor. Es wehe einem "der zarte Hauch eines nordkoreanischen oder kubanischen Amtsverständnisses" entgegen. Kickl streute zudem Informationen, dass Fischer zu seiner Zeit als Nationalratspräsident gleichzeitig Bezüge als Parlamentsbeamter erhalten hätte. Beweise dafür konnte er keine vorlegen.

Grün-Kritik trotz Festlegung zu Holocaust

Trotz ihrer Festlegung zum Holocaust, bleibt Rosenkranz für die Grünen weiter nicht wählbar. "Wer nur unter massivem öffentlichen Druck und dann mit Mühe die historische Wahrheit über die Lippen bringt, dass es Gaskammern gegeben hat, ist völlig ungeeignet für das höchste Amt der Republik", stellte Ex-Obmann und Abgeordneter Alexander Van der Bellen am Donnerstag in einer Aussendung fest.

(APA)

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