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»Israel ist kein Feind, sondern hilft uns«

Ein Blick auf den Krieg in Syrien. Israelis am Golan beobachten Bombardements auf der anderen Seite der Grenze.REUTERS/Ronen Zvulun
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An Israels Grenze toben heftige Gefechte zwischen den syrischen Kriegsparteien. Zehntausende Menschen sind auf der Flucht. Einige von ihnen haben beim einstigen »Erzfeind« Schutz gefunden: Die verwundeten Syrer werden in israelischen Spitälern betreut.

Mager und erschöpft sitzt der junge Mann in einem Rollstuhl. Vor gut einem Monat erreichte D. das Medizinische Zentrum in Galiläa, ein modernes Krankenhaus mit mehr als 700 Betten in Naharija. Seinen vollen Namen will der Syrer nicht nennen aus Angst vor Repressalien, wenn er in seine Heimat zurückkehrt. Er trägt den hellblauen Krankenhauspyjama mit dem hebräischen Emblem und einen Vollbart. Ein paar Monate wird seine Behandlung noch dauern. D. hat schwere Verletzungen am Ellenbogen, an beiden Beinen, und seine rechte Gesichtshälfte ist gezeichnet von zahlreichen frischen Narben. „Wir hörten Explosionen aus der Ferne“, berichtet er mit leiser Stimme. Die Familie des 24-Jährigen unterhält ein kleines Lebensmittelgeschäft in der Nähe von Daraa. Er war gerade in seinem Laden, als die Kampfhandlung begann.

D. schickte einen seiner Helfer auf die Straße, um nachzusehen, was los ist. „Ich ging ihm nach und sah, wie ein Hubschrauber unser Dorf bombardierte. Mein Mitarbeiter war sofort tot.“ D. selbst hatte schwere Splitterwunden. Zusammen mit anderen Verletzten wurde er zunächst in einem Feldhospital behandelt und anschließend in privaten Fahrzeugen Richtung Jordanien gebracht. „Wir warteten einige Stunden, aber die Grenze blieb zu. Dann brachten sie uns nach Israel.“