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Literatur

Marie von Ebner-Eschenbach: Eine gescheite Frau und die dummen Männer

Eine Anwältin der Unterdrückten: Marie von Ebner-Eschenbach.
Eine Anwältin der Unterdrückten: Marie von Ebner-Eschenbach.(c) picturedesk.com
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Muss man die Erzählungen der Marie von Ebner-Eschenbach lesen? Unbedingt! Sie ist alles andere als betulich. Das sollen nun neue Dramatisierungen beweisen: Am Donnerstag wird am Thalhof an der Rax „Mašlans Frau“ uraufgeführt.

Wer hartnäckige Vorbehalte gegen die Texte der Marie von Ebner-Eschenbach hat, sollte das überdenken. Vielleicht liegt die Blockade daran, dass sie an Österreichs Schulen für mehrere Generationen Prüfungsstoff waren. Dadurch teilt die Autorin das Schicksal vieler Klassiker, Romantiker oder eben Realisten – man verbindet sie mit Pflicht statt mit Neigung.

Vielleicht liegt es auch ein wenig daran, dass die Lebensdaten der aus Mähren stammenden Adeligen deckungsgleich mit jenen von Kaiser Franz Joseph I. sind. Beide wurden 1830 geboren und starben 1916. Das umfasst zwar die spannende Phase industrieller und tatsächlicher Revolutionen, die Blütezeit des Bürgertums, den neuen Morgen des Proletariats und die Endzeit des Adels in Österreich-Ungarn mit der Katastrophe des Ersten Weltkriegs. Aber die Habsburger-Nostalgie, die just in der Republik hemmungslos blühte, bewirkte wider alle Vernunft, dass diese Zeit nostalgisch verklärt als altmodisch wahrgenommen wird.