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Nur wenige Arbeitslose nehmen Jobs in weiter entfernten Orten an

Weite Anreise zum Job nicht erwünscht(c) Clemens Fabry
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Grafik Nur jeder sechste im Vorjahr neu begonnene Job war an einem Arbeitsplatz, der nicht im eigenen oder in einem Nachbarbezirk gelegen ist. Nun will das AMS die überregionale Vermittlung forcieren.

Obwohl es in Österreich starke regionale Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage nach Arbeitskräften gibt, nehmen nur vergleichsweise wenige Menschen aus der Arbeitslosigkeit heraus Jobs an, die von ihrem Wohnort weiter entfernt sind. Das zeigt eine Spezialauswertung des AMS für das Jahr 2017.

Demnach wurden im Vorjahr rund 617.000 Beschäftigungsverhältnisse aus der Arbeitslosigkeit heraus aufgenommen, davon rund 215.000 (rund 35 Prozent) außerhalb des eigenen Wohnbezirks - wobei das noch keine Aussage darüber zulässt, wie weit der Arbeitsort vom Wohnort entfernt ist. Auch nahegelegene Arbeitsorte gelten bereits als "überregional", wenn zwischen Wohn- und Arbeitsort eine Bezirksgrenze liegt. Nur bei 16 Prozent der aus der Arbeitslosigkeit heraus aufgenommenen Jobs lag der Arbeitsort auch außerhalb der angrenzenden Nachbarbezirke.

Versuchsbranche Tourismus

"Die Arbeitslosigkeit in Österreich ist regional sehr unterschiedlich. Daher ist die überregionale Vermittlung von Jobsuchenden sehr wichtig", sagte AMS-Vorstand Johannes Kopf am Mittwoch laut Aussendung. "Im Jahr 2017 hat das AMS 480.000 Jobsuchenden insgesamt 3,2 Millionen Vermittlungsvorschläge gemacht. Davon war eine Million bzw. knapp ein Drittel der Stellenangebote überregional, das heißt der Arbeitsbezirk lag außerhalb des Wohnbezirks."

Heuer hat das AMS die überregionale Vermittlung im Tourismus in den Fokus seiner Vermittlungen genommen. Innerhalb des Ende 2017 gestarteten Projekts ist "Überregionalität" als Vermittlung in ein anderes Bundesland definiert. Vermittelt werden dabei Volljährige Arbeitsuchende, die keine gesetzlichen Betreuungspflichten haben und vom Dienstgeber gratis eine Unterkunft zur Verfügung gestellt bekommen. Im ersten Halbjahr wurden im Tourismusbereich bundesweit rund 33.700 überregionale Vermittlungsvorschläge gemacht.

(APA)