US-Ministerium Schuld an Ölpreis-Schwankungen

Fehlerhafte USDaten lassen oelpreis
(c) AP (Matt Slocum)

Von wegen Spekulanten: Fehlerhafte Lagerberichte des US-Energieministeriums sind für exzessive Schwankungen des Ölpreises mitverantwortlich. US-Unternehmen weisen ihre Vorräte öfter zu hoch aus.

Jede Woche warten Investoren auf einen wichtigen Indikator für die Energienachfrage: Den US-Öllagerbericht, der jeden Mittwoch um 16.30 Uhr veröffentlicht wird. Je nach aktueller Entwicklung schlägt der Ölpreis noch oben oder unten aus. Nun zeigen interne E-Mails und eine Analyse der Beratungsgesellschaft SAIC, dass in den vergangenen drei Jahren grobe Fehler beim wöchentlichen Lagerbericht des US-Energieministeriums unterlaufen sind. Das berichtet "Financial Times Deutschland" am Freitag unter Berufung auf die Nachrichtenagentur Dow Jones.

US-Unternehmen weisen ihre Ölvorräte demnach höher aus als diese tatsächlich sind. Die Abweichungen betragen der "FTD" zufolge bis zu zwei Millionen Barrel (je 159 Liter). Das ist ein erheblicher Faktor, wenn man nimmt, dass die US-Vorräte von Woche zu Woche häufig um weniger als zwei Millionen Barrel schwanken.

Der Statistikabteilung des US-Energieministeriums wird vorgeworfen bei der Datenerhebung veraltete Techniken und Methoden anzuwenden. So werden Daten immer noch manuell eingetragen. Damit könnte die Affäre auch politisch werden, denn die Behörde hat in der Vergangenheit über mangelnde Resourcen geklagt.

(Red.)