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Bühne

Der Altmeister der Theaterprovokation

Dieser Theatermagier kann auch geradezu dezent agieren. Wenn er will.
Dieser Theatermagier kann auch geradezu dezent agieren. Wenn er will.(c) Franz Neumayr / picturedesk.com (Franz Neumayr)
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Salzburg. Hans Neuenfels, der „Vater des Regietheaters“, inszeniert heuer Tschaikowskys „Pique Dame“. Bei den Festspielen hat der Regisseur nicht zuletzt mit seiner „Fledermaus“-Adaption zum Ausklang der Ära Mortier für Aufsehen gesorgt.

Seine „Aida“-Inszenierung in Frankfurt, 1981, wird schon in der theaterwissenschaftlichen Literatur als „berühmt-berüchtigt“ und als „Gründungsakt des Regietheaters“ bezeichnet. Hans Neuenfels ist also der Gründervater eines viel geschmähten, aber auch über den grünen Klee gelobten Phänomens, das manchen Intendanten, angefeuert vom deutschen Feuilleton und dessen heimischen Ablegern, als eine Art Zukunftssicherung des (Musik-)Theaters gilt.

Hans Neuenfels war der Erste der Heilsbringer dieser Ideologie. Zuletzt ließ er den Bayreuther „Lohengrin“ unter Ratten spielen, was zunächst für Unmut und Proteste sorgte, im letzten Jahr der Produktion dann aber – wie einst der legendäre „Chéreau-Ring“ – als „kultig“ qualifiziert wurde.