Hartingers wahre Challenge

Wer stimmte der Aussage zu, dass man unabhängige Medien als „Fake-News-Schleudern“ bezeichnen muss?

Wer stimmte der Aussage zu, dass man unabhängige Medien als „Fake-News-Schleudern“ bezeichnen muss? a) Donald Trump, b) Kim Jong-un oder c) Beate Hartinger-Klein? Richtig, c. Denn sie sei mit ihrem Sager zum Überleben mit 150 Euro nur zu gern missverstanden worden, klagte die Ministerin der „Kronen Zeitung“. Und die FPÖ-Politikerin erteilte der von (rot- und grün-affinen) Unternehmern ausgerufenen „Challenge“ eine Absage. Diese wollten ein Ministergehalt für einen guten Zweck spenden, wenn Hartinger-Klein einen Monat lang mit 150 Euro auskommt.

Ihre Absage erfolgt zu Recht. Es ist nicht Hartingers Aufgabe, diese Challenge zu gewinnen. Sich darauf zurückzuziehen, dass sie wieder falsch interpretiert worden sei, ist einer Ministerin aber auch unwürdig. Es ist die Aufgabe eines Politikers, Inhalte zu kommunizieren. Wer das nicht kann und ständig ins Fettnäpfchen steigt, hat vielleicht den falschen Beruf.

Die wahre Challenge für Hartinger-Klein sollte es nicht sein, von 150 Euro im Monat zu leben. Sondern eine glaubwürdige Gesundheits- und Sozialpolitik zu machen. Und vom Gewinn dieser Challenge ist sie bisher weit entfernt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 05.08.2018)

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