Auch Conchita steht für Europa: Ob der Türkei ihr Aussehen gefällt oder nicht

Conchita
Conchita APA/AFP/dpa/SVEN HOPPE
  • Drucken

Wegen Conchitas Auftritten will die Türkei den Eurovision Song Contest boykottieren. Offensichtlich führen viele Wege weg von Europa.

Die Türkei will also dem Song Contest fernbleiben, weil die European Broadcasting Union (EBU) von „ihren Werten abgekommen“ sei. Als Grund werden Auftritte von Conchita genannt, die 2014 gewonnen hat und bei dem Event bis heute präsent ist. „Als öffentlich-rechtlicher Sender können wir nicht um 21 Uhr, wenn Kinder fernsehen, einen Österreicher zeigen, der zugleich Bart und Rock trägt und zugleich Mann und Frau sein will“, sagte TRT-Präsident Ibrahim Eren der Tageszeitung „Hürriyet“. „Wenn das behoben ist, kehren wir zur Eurovision zurück“, fügte er hinzu. Das ist eine ziemlich deutliche Aussage, die eigentlich kaum Raum für Missverständnisse lässt. Und ein Mann der klaren Worte verdient klare Worte. Vor allem dann, wenn er als Präsident eines öffentlich-rechtlichen Senders zu den Repräsentanten seines Landes gehört.

Als Europäische Union, die auf die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Gleichheit und Rechtsstaatlichkeit Wert legt, können wir kein Land aufnehmen, das zugleich Demokratie und Autokratie sein will. Das von Toleranz spricht aber homophobe Äußerungen trifft. Das ein europäisches Land sein will, aber mit antieuropäischen Parolen Politik und Stimmung macht.

Aber man muss deswegen keine Türen zuknallen. Denn: Wenn das behoben ist, kehren wir gerne an den Verhandlungstisch zurück.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.