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Sind Touristen schuld? Fischmarkt in Venedig droht das Aus

A banner reading ´Venice Exodus´ is displayed on the Rialto Bridge in a protest that calls for the authorities to think of the local community and not just about tourists, in Venice
"Venexodus": Venedigs Einwohner protestieren gegen den Ausverkauf.(c) REUTERS (MANUEL SILVESTRI)
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Die Kosten für eine Lizenz sind von 100.000 auf 12.000 Euro gefallen. "Als Fischhändler zu überleben wird immer schwieriger", klagt ein Standbesitzer.

Er gibt ihn seit fast 1000 Jahren und er wurde immer schon von Venezianern geleitet - jetzt droht dem Fischmarkt von Rialto das Aus. Waren bis vor einigen Jahren noch 18 Fischhändler im Einsatz, so sind es heute nur noch die Hälfte. Tausende Touristen besuchen täglich die neugotische Markthalle, in der auf Eis gebettet Fische jeder Art angeboten werden. Bis 1990 kostete die Lizenz für einen Stand 100.000 Euro, derzeit ist der Wert auf 12.000 Euro gesunken, berichtete die Tageszeitung "La Stampa". Die Konkurrenz des Großhandels, die sinkende Einwohnerzahl von Venedig, sowie die geringeren Einnahmen belasten die Zunft.

"Touristen kommen hierher, um Selfies zu machen. Bald wird man uns als Statisten zahlen müssen, denn als Fischhändler zu überleben, wird immer schwieriger", berichtete Andrea Vio, der seit 50 Jahren einen Stand in Rialto besitzt. Die Fischhändler beklagen mangelnde Unterstützung seitens der Institutionen. Die Kosten für den Erhalt der Stände und der Steuerdruck würden zunehmend wachsen.

Auch wenn der Markt nicht gerade zu den preiswertesten in Europa gehört, ist der Frischwarenmarkt an der Rialto-Brücke eine der weniger Möglichkeiten der Einheimischen, bezahlbare und frische Lebensmittel zu erwerben. In Venedig ist die Zahl der Lebensmittelgeschäfte als Folge der schrumpfenden Einwohnerzahl stark gesunken. Seit dem Zweiten Weltkrieg ist die Zahl der Anrainer von 175.000 auf ein Rekordtief von weniger als 55.000 Menschen gefallen, so die Angaben der Gemeinde. Noch im Jahr 2000 zählte die Lagunenstadt 66.386 Einwohner.

Dafür tummeln sich zu Spitzenzeiten bis zu 130.000 Touristen in der Lagunenstadt. Die Einheimischen betrachten diese Entwicklung mit wachsender Sorge.

(APA)