Karl-Peter Schwarz

Liegt in Houellebecqs Dystopie die Zukunft Europas?

Der muslimische Bevölkerungsanteil in Europa wächst stetig. Zugleich sinkt die Bereitschaft der Europäer, die Gefahr der Islamisierung zur Kenntnis zu nehmen.

Am 7. Jänner 2015 erschien Michel Houellebecqs Roman „Soumission“ (Unterwerfung). Am selben Tag stürmten islamistische Terroristen die Büros der satirischen Zeitschrift „Charlie Hebdo“ und töteten zehn Redakteure und zwei Polizisten. In Frankreich begann das Jahr, in dem sich dank der einsamen Entscheidung Angela Merkels die Grenzen der EU für den unkontrollierten Massenzustrom muslimischer Migranten öffnen sollten, mit einem mörderischen Terroranschlag und einer literarischen Sensation. „Wenn die Journalisten unsere irrationalen Ängste und Phantasmen der Einwanderung beklagen, wird die Wirklichkeit zum Anliegen der Literatur, zumindest der mutigen Schriftsteller“, schrieb Alain Finkielkraut in seiner Rezension von „Unterwerfung“.