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Sanktionen: USA beschuldigen Russland in Nowitschok-Affäre

Veröffentlichte Beweise für eine russische Beteiligung am Nowitschok-Attentat in Großbritannien blieben Briten und USA bisher schuldig.
Veröffentlichte Beweise für eine russische Beteiligung am Nowitschok-Attentat in Großbritannien blieben Briten und USA bisher schuldig.REUTERS

Man habe festgestellt, dass Russland hinter dem Anschlag auf den Ex-Spion Skripal stecke. Ab 22. August sollen Sanktionen in Kraft treten.

Die USA verhängen wegen des lebensbedrohlichen Nowitschok-Angriffs auf den russischen Ex-Spion Sergej Skripal und seine Tochter in England weitere Sanktionen gegen Russland. Man habe festgestellt, dass Russland hinter dem Anschlag im März in Salisbury stehe, teilte das Außenministerium in Washington am Mittwoch mit.

Am oder um den 22. August sollen die Strafmaßnahmen in Kraft treten. Um welche Sanktionen es sich handelt, teilte das Ministerium zunächst nicht mit.

Briten bitten OPCW um Hilfe

Auf Bitten der britischen Regierung will die Organisation für das Verbot Chemischer Waffen (OPCW) ihre Untersuchung zu dem jüngsten Nowitschok-Vergiftungsfall ausweiten. Ein OPCW-Team werde zu einer Folgemission nach Großbritannien geschickt, um "weitere Proben zu sammeln", erklärte die Organisation am Dienstag in Den Haag. Erstmals hatte London die OPCW im Juli um die Entsendung eines Teams gebeten, um den Fall zu untersuchen.

Ein 45-jähriger Brite und seine 44-jährige Partnerin waren am 30. Juni im südenglischen Amesbury mit dem Nervenkampfstoff Nowitschok in Berührung gekommen. Die Frau war später an den Folgen gestorben, Kriminalbeamte leiteten eine Morduntersuchung ein. Der Mann konnte aus dem Krankenhaus entlassen werden.

Nach eigenen Angaben hatte er seiner Partnerin eine "Kosmetikflasche" geschenkt, die er zuvor gefunden hatte. Das Fläschchen sei später in seiner Hand zerbrochen, sagte er in einem Interview.

Zuvor waren im März der frühere russische Doppelagent Sergej Skripal und seine Tochter Julia in der Nähe des Wohnorts des britischen Paars bei einem Nowitschok-Angriff schwer verletzt worden. Beide überlebten und konnten das Krankenhaus wieder verlassen.

Briten machten Russland verantwortlich

Die Polizei geht dem Verdacht nach, dass das Paar aus Amesbury den Nowitschok-Resten des Anschlags auf die Skripals ausgesetzt waren. Die britische Regierung hat Russland bereits frühzeitig für den Anschlag verantwortlich gemacht, was zu einem schweren diplomatischen Zerwürfnis führte.

Am Montag berichtete der "Guardian", dass die britische Regierung nach dem Giftanschlag in Salisbury Moskau um die Auslieferung zweier russischer Verdächtiger bitten wolle. Staatsanwälte hätten das Auslieferungsgesuch bereits vorbereitet, berichtete die Tageszeitung unter Berufung auf Regierungs- und Sicherheitskreise. Demnach sind die Russen verdächtig, den Anschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter durch den Nervenkampfstoff Nowitschok ausgeübt zu haben.

(APA/AFP)