Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Saudiarabien droht mit weiteren Maßnahmen gegen Kanada

Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau will im Konflikt mit Saudiarabien nicht nachgeben.
Kanadas Ministerpräsident Justin Trudeau will im Konflikt mit Saudiarabien nicht nachgeben.REUTERS
  • Drucken

Im Streit um inhaftierte Bürgerrechtler verhärten sich die Fronten: "Es gibt nichts zu vermitteln", heißt es aus Saudiarabien. Kanada kontert: Man werde auch weiterhin in Menschenrechtsfragen klare Worte finden.

Im (diplomatischen) Streit zwischen Saudiarabien und Kanada zeichnet sich keine Entspannung ab. „Es gibt nichts zu vermitteln“, sagte der saudiarabische Außenminister Adel al-Dschubeir bei einer Pressekonferenz. „Es wurde ein Fehler gemacht, und der muss korrigiert werden“, wird er von mehreren Medien, darunter die „Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert. Und er fügte demnach hinzu: Das Königreich ziehe weitere Maßnahmen gegen Kanada in Erwägung.

Zu den Gründen der Verhaftung der Bürgerrechtler äußerte sich Außenminister al-Dschubeir nicht konkret. Es gehe nicht um Menschenrechte, sondern es sei eine Sache der nationalen Sicherheit, hieß es lediglich.

Auch Kanada scheint vorerst zu keiner Beilegung des Konfliktes bereit: Ministerpräsident Justin Trudeau erklärte in der Nacht auf Donnerstag, sein Land werde auch weiterhin in Menschenrechtsfragen klare Worte finden, sei es zu Saudiarabien oder zur Situation in einem anderen Staat. Den Streit mit dem Königreich bezeichnete Trudeau als eine „diplomatische Meinungsverschiedenheit“.

Kanada wolle keine schlechten Beziehungen zu Saudiarabien, betonte er sodenn. Außenministerin Chrystia Freeland habe am Dienstag lange Gespräche mit ihrem saudiarabischen Kollegen geführt.

Saudiarabien hatte am Sonntag den kanadischen Botschafter ausgewiesen und die Handelbeziehungen zu Kanada eingefroren. Anlass dafür war die Forderung Kanadas nach einer Freilassung von inhaftierten Bürgerrechtlern. Das Königreich beendete zudem staatlich geförderte Programme in den Bereichen Bildung und Medizin. Verbunden damit sind Pläne, Zehntausende saudiarabische Studenten und Patienten aus Kanada in anderen Ländern unterzubringen.

Öllieferungen nicht betroffen

Die Öllieferungen der staatlichen saudi-arabischen Ölgesellschaft Aramco an Kanada sind nach Angaben des saudi-arabischen Energieministers Khalid al-Falih übrigens nicht vom Konflikt zwischen beiden Ländern betroffen. Öllieferungen unterlägen keinen politischen Erwägungen, sagte der Minister am Donnerstag.

>>> Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung"

(APA/Reuters/Red.)