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US Army: Computerspiele machen Rekruten "zu weich"

Computerspiele machen Rekruten
(c) AP (BRETT FLASHNICK)

Jüngere Rekruten hätten nur Erfahrung mit virtueller Gewalt, klagt die Army. Daher soll die Grundausbildung mehr Nahkampf und physisches Training bekommen, damit die Soldaten "Afghanistans Gipfel erklimmen" können.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren sieht sich die US Army gezwungen, ihre Grundausbildung zu ändern. Auslöser dafür seien nicht nur veränderte Rahmenbedingungen, wie die Kriege im Irak und Afghanistan. Vielmehr würden jüngere Generationen Gewalt und Kämpfe nur noch virtuell in Computerspielen erfahren. Die Grundausbildung soll sich jetzt mehr auf physische Elemente wie Schlagen, Treten und Haltegriffe konzentrieren, erklärt Lieutenant-General Mark Hertling gegenüber National Public Radio.

"Gipfel Afghanistans erklimmen"

"Es handelt sich einfach um eine weichere Generation", so Hertling. Zwar würden die neuesten Rekruten großes technisches Vertändnis mitbringen und auch klüger als frühere Generationen sein. "Sie stellen definitiv schwierigere Fragen", meint der General. Gleichzeitig gehe ihnen aber Disziplin und körperliche Fitness ab. "Wir müssen Soldaten dafür trainieren, die Gipfel Afghanistans zu erklimmen", fordert Hertling. Er betont aber, dass die Loyalität der Rekruten groß sei und die aktuelle Generation die Welt verändern wolle, was seiner Ansicht nach das wichtigste sei.

Unterschiedliche Ansichten

Hertlings Erkenntnisse stehen im krassen Gegensatz zu manchen Jugendschützern, die in gewalttätigen Computerspielen die Wurzel aller Jugendgewalt sehen. Erst vor kurzem kam ein Vorstoß aus der Schweiz, um gewalttätige Spiele wie "Mortal Kombat" oder "Manhunt" zu verbieten. Auch Deutschland ist in dem Bereich sehr restriktiv. In Österreich setzt man mehr auf Aufklärung der Eltern, aussagekräftige Verpackungshinweise mit PEGI-Rating und Positivprädikatisierung, wie es etwas die Bupp betreibt.

(db)