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Salzburger Festspiele: Poppea und Nerone als moralfreies Paar

Ihr Gesang ruht in sich: Soya Yoncheva als Poppea – zwischen Tänzern mit meist nackten Oberkörpern.
Ihr Gesang ruht in sich: Soya Yoncheva als Poppea – zwischen Tänzern mit meist nackten Oberkörpern.(c) Salzburger Festspiele /Maarten Vanden Abeelee
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KritikTheatermacher Jan Lauwers macht Claudio Monteverdis „L'Incoronazione di Poppea“ zu einem barocken Fest voller tänzerischer Echos, William Christie lässt den Stimmen größten Freiraum.

Alles eine Frage der Perspektive. Das fängt schon bei der Handlung an, der ersten in der Operngeschichte, die sich auf die Historie bezieht: Der Kaiser hat eine Geliebte – und um sie heiraten zu können, müssen ihre früheren Beziehungen abserviert werden, koste es, was es wolle; den Philosophen, der gegen den Plan opponiert, zwingt er zum Selbstmord. Am Schluss steht die Krönung der neuen Kaiserin, ein Sieg der eklatanten Unmoral, dem die Musik freilich alle Berechtigung zuspricht – mit einem der großartigsten Liebesduette überhaupt.