Oscar-Empfang: Medienrummel um Christoph Waltz

OscarPreistraeger Waltz mit Bundeskandzler Faymann
OscarPreistraeger Waltz mit Bundeskandzler Faymann(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
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Im Bundeskanzleramt empfing man die Oscar-Nominierten Michael Haneke, Christian Berger und den Preisträger. "Einfach nur schön", fand das Christoph Waltz, um den sich Journalisten und Fotografen scharten.

"Mit großem Stolz" hat Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) am Montagabend jene österreichischen Filmschaffenden in Wien begrüßt, die in den vergangenen Jahren und vor zwei Wochen bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles mitzittern durften. Neben den Nominierten Michael Haneke, Christian Berger und Götz Spielmann fanden sich auch die beiden Oscar-Preisträger Stefan Ruzowitzky und Christoph Waltz in der illustren Runde im Bundeskanzleramt ein.

"Sie sehen schon an dem Andrang der Journalisten, dass es für uns ein besonderer Tag ist", so Faymann, der gleich zu Beginn dem Regisseur Michael Haneke zu seinem morgigen Geburtstag gratulierte. Die 31 Millionen Euro an jährlicher Filmförderung klingen für den Kanzler "in absoluten Zahlen recht wenig", man bemühe sich jedoch auch in schwierigen Zeiten die Mittel zu erhöhen. "Sie tragen den Ruf Österreichs als Kulturnation in die Kinos Europas und in die Welt", überbrachte Faymann der Filmbranche ein "aufrichtiges Dankeschön".

Kulturministerin Claudia Schmied (SPÖ) verwies auf insgesamt sieben Oscar-Nominierungen in den letzten zehn Jahren - "das ist eine unglaubliche Intensität". Auch sie versicherte, dass "der Kampf ums Geld für den österreichischen Film" weitergehen werde. "Wir stehen auf Ihrer Seite."

"Halten sie das für normal?"

Shooting-Star Christoph Waltz fand die Einladung ins Bundeskanzleramt "eigentlich nur schön", schließlich sei die Kulturministerin nicht nur zuständig, sondern interessiere sich auch noch für Film, ebenso wie der Bundeskanzler. "Da gibt es nichts dagegen zu sagen." Er hat beim Empfang für die österreichischen Filmschaffenden die meiste Aufmerksamkeit auf sich gezogen.

Von eingekehrter Ruhe kann keine Rede sein, bestätigte Waltz bei seinem ersten Wien-Besuch nach dem Triumph in Los Angeles vor rund zwei Wochen. Und auf die Journalistenschar um ihn herum zeigend: "Oder halten Sie das für normal?" Anfangs sichtlich wenig angetan vom großen Medienandrang im Bundeskanzleramt, taute der Hollywood-Star im Kreise der Oscar-Nominierten und -Preisträger aber schnell auf.

Wo steht der Oscar? "Der wandert im Moment, der wird schon seinen Platz finden." War die Figur des SS-Mannes Hans Landa in "Inglourious Basterds" vielleicht die Rolle seines Lebens? "Ich hoffe nicht, ich bin 53. Es könnte schon sein, aber lassen Sie uns in 30 Jahren noch einmal darüber reden." Warum ist er einst aus Wien weggegangen? "Das ist sehr lange her. Es ist eine alte Tradition, dass man sich als Gesell' auf die Wanderschaft begibt - und dass man unter Umständen woanders hängenbleibt, nimmt man billigend in Kauf." Was sind die direkten Oscar-Folgen? "Zum Beispiel diese illustre Runde hier."

Dreh mit Gondry, Absage an Cronenberg

Gab es nach dem Oscar neue Filmangebote? "Ja, schon. Aber ob sich diese nicht ergeben hätten, hätte ich keinen Oscar gewonnen, lässt sich schwer sagen." Wie war der jüngste Dreh mit Regisseur Michel Gondry für die Comic-Verfilmung "The Green Hornet"? "Hervorragend, es war wunderbar. Sie sind offenbar Michel-Gondry-Fan - und ich kann Ihnen sagen, Sie liegen damit sicher nicht verkehrt." Gibt es schon weitere Pläne? "Jede Menge, aber Sie wissen, es wäre kindisch darüber zu reden, bevor nicht alles niet- und nagelfest ist."

Dass er die Rolle als Sigmund Freud in David Cronenbergs "The Talking Cure" absagen musste, ringt dem 53-Jährigen schließlich doch ein wenig Ernst ab. "Weil nicht alles gleichzeitig geht", begründete Waltz den Rücktritt von der Rolle mit dem parallelen Dreh von "Water for Elephants" mit Reese Witherspoon und Robert Pattinson. "Es ist schade so, aber es hat sich jetzt so ergeben." Und dass er nun auch bald Regie führen werde, sei "alles ein bisschen überhitzt präsentiert worden", so der Wiener. "Das hat alles ein bissl Zeit, das wird nicht morgen passieren." Details zu dem Projekt wollte Waltz nicht verraten.

(APA)

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