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Dubai-Mord: London weist israelischen "Spion" aus

DubaiMord London weist israelischen
(c) AP
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London beschuldigt Israel, in die Ermordung eines Hamas-Manns in Dubai verwickelt zu sein. Ein Diplomat, offenbar ein Vertreter des israelischen Geheimdiensts Mossad, wird ausgewiesen.

Großbritannien beschuldigt als erstes westliches Land Israel, in das Attentat auf einen Hamas-Funktionär in Dubai verwickelt zu sein. Die britische Regierung wies am Dienstag einen israelischen Diplomaten wegen der Fälschung britischer Pässe aus, die die Mörder bei dem Anschlag benutzt haben sollen. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei offenbar um einen Vertreter des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad.

Es gebe "überwältigende Beweise", dass Israel für den "Missbrauch" britischer Pässe verantwortlich ist, erklärte Außenminister David Miliband am Dienstag vor dem Unterhaus in London. "Angesichts dessen, dass es eine sehr durchdachte Operation mit hochwertigen Fälschungen war, hält die Regierung es für sehr wahrscheinlich, dass die Fälschungen von einem staatlichen Geheimdienst vorgenommen wurden", sagte Miliband. Solch ein Missbrauch sei "nicht zu tolerieren und eine Gefahr für die Sicherheit britischer Bürger". Die Tatsache, dass Israel ein enger Verbündeter sei, "macht alles noch schlimmer".

Diplomat offenbar Mossad-Vertreter

Der ausgewiesene Diplomat arbeitete Medienberichten zufolge für den Auslandsgeheimdienst Mossad. Wie der israelische Rundfunk und die Zeitung "Yediot Ahronot" am Mittwoch berichteten, soll für ihn "in Kürze" ein anderer Geheimdienstvertreter in die Botschaft von London geschickt werden. In dem Radiobericht kritisierte ein hochrangiger Vertreter Israels, der namentlich nicht genannt wurde, die britische Regierung. Die Ausweisung des Diplomaten sei "vor allem" politisch motiviert, sagte er. Außenminister David Miliband, der schon lange eine "anti-israelische Politik" verfolge, wolle damit vor der Parlamentswahl in Großbritannien um die Stimmen von Muslimen werben.

Außenminister Miliband hatte Israel schon zuvor zur "vollen Zusammenarbeit" bei der Aufklärung des Falls aufgefordert. Bei dem Mord waren zwölf gefälschte britische Pässe verwendet worden. Die EU-Außenminister hatten den Mord und den dabei erfolgten Missbrauch von Pässen aus Europa scharf verurteilt. Der Hamas-Führer Mahmoud al-Mabhouh war am 20. Jänner in Dubai ermordet aufgefunden worden. Dubai macht den israelischen Geheimdienst Mossad für die Tat verantwortlich. Israel hat die Vorwürfe weder bestätigt noch dementiert.

(Red.)