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Pensionist löste Brandkatastrophe von Athen aus

Das Feuer richtete riesigen Schaden in der Gegend im Osten von Athen an.
Das Feuer richtete riesigen Schaden in der Gegend im Osten von Athen an.APA/AFP/SAVVAS KARMANIOLAS
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Der Mann hatte ein kleines Feuer nicht richtig gelöscht. Ein Video zeigt, wie rasant sich die Flammen ausbreiteten. Wind und Koordinationsprobleme verstärkten die Katastrophe.

Wenn hierzulande wegen anhaltender Trockenheit ein Verbot von offenen Feuern ausgegeben wird, hat das seinen Grund. Denn wie leicht aus einem kontrollierten Feuer aus Unachtsamkeit eine Katastrophe werden kann, zeigen die Ergebnisse der Untersuchungen zum Brand im Osten von Athen, bei dem mindestens 96 Menschen ums Leben gekommen sind. Ein unvorsichtiger Pensionist als Auslöser in Kombination mit fehlenden Feuerwehrkräften, starken Winden und schwierigem Terrain sind die Ursachen der Brandkatastrophe. Das ist das Ergebnis einer ersten Untersuchung von Sachverständigen der griechischen Feuerwehr, die am Dienstag in mehreren griechischen Nachrichtenportalen veröffentlicht wurde.

Ausgelöst habe das Feuer am 23. Juli ein 65-Jähriger auf einem Hügel oberhalb des Katastrophengebietes, als er vertrocknete Zweige verbrannte und danach versäumte, die Feuerstelle richtig zu löschen. Starke Winde fachten das im Unterholz noch brennende Feuer an. Wie schnell sich das kleine Feuer mit großer Rauchentwicklung zu einem verheerenden Flächenbrand ausbreitete, ist auf einem Überwachungsvideo eines Nachbarn zu sehen (im Bildhintergrund, außerhalb des eigentlich gefilmten Gartens). Innerhalb von Minuten - am Zeitcode rechts oben gut zu erkennen, breitet sich das Feuer rasant aus bis das gesamte Gebiet (auch links des Baumes im Bildausschnitt) Feuer gefangen hat.

Die Katastrophe nahm den Untersuchungen auch deshalb ihren Lauf, weil zahlreiche Löschfahrzeuge der Feuerwehr sowie Hubschrauber und Flugzeuge wegen eines anderen Großbrands im Westen Athens nicht sofort einsatzbereit waren. Es habe auch Koordinationsprobleme sowie Verspätungen bei der Evakuierung von bedrohten Gebieten gegeben.

Die griechische Justiz hat eigene Untersuchungen eingeleitet. Bei den Bränden wurden mehr als 4000 Häuser in der Region des Feriengebietes Mati, Marathon und Rafina im Osten Athens völlig zerstört oder stark beschädigt. Mehrere Menschen werden noch in Krankenhäusern wegen Verbrennungen behandelt. Jener Pensionist, der das Feuer ausgelöst haben dürfte, blieb unverletzt.

(APA/dpa/red.)