Nach der überraschenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die Ratingagentur Fitch drehte der Wiener Aktienmarkt im Gleichklang mit den europäischen Börsen rasant ins Minus.
Die Wiener Börse hat sich heute, Mittwoch, zu Mittag bei gutem Volumen mit leichterer Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2570,22 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 15,29 Punkten bzw. 0,59 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,58 Prozent, FTSE/London -0,47 Prozent und CAC-40/Paris -0,84 Prozent.
Nach der überraschenden Herabstufung der Kreditwürdigkeit Portugals durch die Ratingagentur Fitch drehte der Wiener Aktienmarkt im Gleichklang mit den europäischen Börsen rasant ins Minus. So wurde die langfristige Bonitätsnote bei negativem Ausblick von "AA" auf "AA-" gesenkt. Obwohl die Experten das angekündigte Sparprogramm der portugiesischen Regierung für glaubwürdig erachten, sehe man erhebliche Risiken bei der Konsolidierung und der wirtschaftlichen Erholung.
Trotz des Stimmungsumschwungs fanden sich Immobilienwertpapiere weiterhin unter den größten Gewinnern. Die Titel kamen aber von ihren noch höheren Aufschlägen im Frühhandel zurück. So konnten Conwert nach dem Vorjahresverlust 2009 wieder einen Gewinn verbuchen, was die Aktien mit plus 2,45 Prozent auf 8,77 Euro honorierten.
Immofinanz (plus 2,32 Prozent auf 2,65 Euro) sowie die in Übernahme befindliche Tochter Immoeast (plus 2,31 Prozent auf 3,99 Euro) konnten positive Neun-Monatsergebnisse für das laufende Geschäftsjahr 2009/10 präsentieren und wurden dafür ebenso mit Zugewinnen bedacht.
Als großer Ausreißer erwiesen sich hingegen die Papiere der Warimpex, die nach Zahlen an letzter Stelle im ATX Prime 4,98 Prozent auf 2,10 Euro abgeben mussten. Bei dem auf Hotelentwicklung spezialisierten Immobilienunternehmen verdreifachte sich der Jahresverlust für 2009.
RHI gewannen 0,75 Prozent auf 25,60 Euro. Im Eröffnungshandel konnten die Papiere noch mehr als zwei Prozent zulegen und waren der beste ATX-Wert. Die UniCredit erhöhte das Kursziel für die Titel des Feuerfestproduzenten deutlich von 19 auf 26 Euro, beließ die Anlageempfehlung allerdings bei "hold".
Größter Verlierer im ATX waren Wienerberger mit einem Abschlag von 2,73 Prozent auf 14,25 Euro. Der Ziegelhersteller bestätigte seine im Februar veröffentlichten vorläufigen Ergebniszahlen für 2009 und gab bekannt, keine Dividendenausschüttung für das abgelaufene Geschäftsjahr vorzunehmen. Eine 2005 begebene Anleihe soll bis zu einer Höhe von 200 Millionen Euro zurückgekauft werden und dafür eine neue 200-Millionen-Euro-Anleihe emittiert werden.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 9.40 Uhr bei 2603,58 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.30 Uhr bei 2565,10 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,31 Prozent tiefer bei 1206,78 Punkten. Im prime market zeigten sich 14 Titel mit höheren Kursen, 26 mit tieferen und vier unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 6.830.660 (Vortag: 3.681.543) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 125,82 (96,11) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 308.148 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 18,64 Millionen Euro entspricht.
(APA)