Kroatien: Einnahmen aus Tourismus sinken erneut

Kroatien Tourismus Einnahmen sinken
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Bereits 2009 waren die Einnahmen aus dem Tourismus um eine Milliarde gefallen, auch für heuer wird mit einem Rückgang in der Höhe von 15 Prozent gerechnet.

Kroatiens Tourismuswirtschaft steht auch heuer vor einer schwierigen Saison. Bereits im Vorjahr sind die Erlöse aus dem wichtigsten Wirtschaftszweig des Adriastaates um 14 Prozent oder rund 1 Milliarden Euro gefallen. "Die Investitionen stehen praktisch still. Dazu kommt, dass Kroatien noch immer keinen nationalen Masterplan im Tourismus erarbeitet hat", erklärte Südosteuropa-Experte von Roland Berger, Vladimir Preveden, im Gespräch mit der APA beim Symposium über die kroatische Hotellerie und Tourismus in Dubrovnik am Mittwoch.

Bei den Gästezahlen verbuchte der Adriastaat 2009 mit einem Minus von 3 Prozent einen deutlich geringeren Rückgang als bei den Einnahmen. Dies lasse darauf schließen, dass man die Preise teilweise deutlich zurückgenommen habe, so Preveden. Gleichzeitig betont er aber, dass Kroatien bei den Gästezahlen im regionalen Vergleich besser abgeschnitten habe als andere Tourismusdestination. Nach Angaben der UNO-Tourismusorganisation WTO (World Tourism Organisation) erlitt Europa insgesamt im Krisenjahr 2009 ein 6-prozentigen Rückgang, während in Südeuropa ein Minus von 5 Prozent erzielt wurde.

Hohe saisonale Abhängigkeit

Dennoch ist Preveden für die kroatische Tourismussaison 2010 pessimistisch. Probleme sieht er vor allem in der hohen saisonalen Abhängigkeit des Wirtschaftszweiges, der es noch immer nicht geschafft habe, auch verstärkt Angebote abseits der Sommersaison anzubieten. Dazu komme, dass das Verhältnis von Leistung und Preis oft nicht stimme und viele Hotelanlagen mit der Rentabilität kämpfen, weil sie bis auf einige Ausnahmen für mehrere Monate zusperren. Medienberichten zufolge wird in Kroatien für heuer mit einem Minus bei den Einnahmen von bis zu 15 Prozent gerechnet. Kroatiens Tourismusminister Damir Bajs hofft hingegen, das Vorjahresergebnis halten zu können. Allerdings setzt er keine großen Erwartungen in die Vorsaison bis Juni, da die Feiertage in zahlreichen europäischen Ländern heuer ungünstiger fallen würden als im Vorjahr.

Im Vorjahr fiel der Anteil des Tourismus am kroatischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) von 15,7 Prozent (2008) auf 14,4 Prozent, geht aus den Zahlen des Statistikamtes hervor. Davor hatte sich der kroatische Tourismus von 2001 bis 2008 vom Krieg aus den 90er-Jahren erholt und die Einnahmen auf 7,4 Milliarden Euro verdoppelt. Auch bei den Gästezahlen schloss man an die erfolgreichen Zeiten im ehemaligen Jugoslawien an.

Dubrovnik Top-Destination

Die Top-Destination Kroatiens gemessen an den Gästezahlen war im Vorjahr Dubrovnik mit rund 521.000 Besuchern und einem Zuwachs von 11 Prozent. Allerdings profitiert die in der südlichsten Spitze Kroatiens liegende Stadt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, vor allem von Kreuzschifffahrtsgästen. Die Tourismusregion Nummer eins war auch im Vorjahr Istrien mit der Kvarner-Bucht: Nach Dubrovnik waren die istrischen Orte Rovinj und Porec mit 387.000 bzw. 383.000 Gästen die meistbesuchten Destinationen.

Bei den Zuwächsen lag hingegen der bereits in der Habsburger Monarchie bekannte Urlaubsort Opatija an zweiter Stelle hinter Dubrovnik mit einem Plus von 5,5 Prozent auf 324.000 Gäste, gefolgt von Zadar (+2,5 Prozent auf 277.000).

Das Tourismus-Symposion in Dubrovnik wird von der Kroatisch-Österreichischen Handelskammer, der Vereinigung "Austrian Hotel Investors" und dem kroatischen Arbeitergeberverband HUP veranstaltet. Als Gastgeber fungiert die kroatische Tochter der Wiener Investmentgesellschaft EPIC, die Valamer-Gruppe.

(APA)

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