Karl-Peter Schwarz

In Genua sieht man die tödlichen Folgen des Öko-Wahns

Jahrelang blockierten Linkspopulisten den Bau einer Umfahrungsstraße. Deshalb konnte die einsturzgefährdete Brücke nicht durch eine neue ersetzt werden.

Als am frühen Morgen des 1. August 1976, einem Sonntag, die Wiener Reichsbrücke einstürzte, war zuerst von einem Sprengstoffanschlag die Rede. Ähnliche Gerüchte kursierten im Internet nach dem Einsturz der Morandi-Brücke in Genua am Vormittag des 14. August. In Wirklichkeit war beim Bau der Reichsbrücke minderwertiger Beton verwendet worden, und die Brücke in Genua war eine Fehlkonstruktion – über deren Schwächen man allerdings Bescheid wusste. Politische Verantwortungslosigkeit und Korruption, Überregulierung bei gleichzeitigem Kontrollversagen gegenüber einer privaten Betreibergesellschaft sowie die Blockierung eines neuen Autobahnrings durch linksgrüne Populisten trugen zu der Katastrophe bei, bei der 43 Menschen ums Leben kamen. Die Untersuchungen sind noch im Gange. Als wahrscheinlichste Ursache gilt die in der salzhaltigen Meeresluft unerwartet rasch vorangeschrittene Korrosion eines betonummantelten Stahlträgers an Pfeiler 9.