Bei Anleihen gibt es in Osteuropa höhere Renditen, obwohl die Staatsverschuldung niedriger ist.
wien (ker). So schnell kann sich das Blatt wenden: Vor einem Jahr war noch die Rede von möglichen Staatspleiten in Osteuropa. Mittlerweile haben die Investoren das Vertrauen wieder zurückgewonnen. Der Preis von Versicherungen gegen Ausfälle bei Staatsanleihen (sogenannte Credit Default Swaps) ist für die osteuropäischen Staaten seit Anfang 2009 sukzessive gesunken.
Die Anleger rechnen demnach damit, dass diese Länder ihre Schulden fristgerecht zurückzahlen können. Von einigen westeuropäischen Staaten erwarten das die Anleger derzeit nicht. Die Research-Abteilung der Allianz-Versicherung erwartet außerdem, dass 2010 die Wirtschaft in Osteuropa mit 2,7 Prozent deutlich stärker steigen wird als in der Eurozone.
In Summe prognostizieren die Anlageexperten „bessere Anlagemöglichkeiten als im Westen“, vor allem bei Anleihen in Polen, Ungarn und Russland. Die Renditen sind höher, obwohl die Staatsverschuldung und die Defizite dieser Staaten deutlich geringer sind als in Westeuropa.
Hoffnung auf Währungsgewinne
Die Anleger können zudem auf Währungsgewinne hoffen. In den vergangenen drei Monaten haben der polnische Zloty, der ungarische Forint und der russische Rubel gegenüber dem Euro stark aufgewertet.
Der belgische Vermögensverwalter KBC erwartet, dass sich die osteuropäischen Währungen im Jahr 2010 weiter positiv entwickeln. Es gebe vor allem beim polnischen Zloty die Hoffnung, dass der Aufschwung weitergeht, da Polen die Krise im Vorjahr gut gemeistert hat, sagt Wilfried Thoerner, KBC-Repräsentant in Österreich.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.03.2010)