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Salzburger Festspiele: Perlenfischer mit Weltklasse

Vier Stars und ein exzellenter Dirigent: Stanislav Trofimov, Plácido Domingo, Riccardo Minasi, Aida Garifullina und Javier Camarena beim Applaus.
Vier Stars und ein exzellenter Dirigent: Stanislav Trofimov, Plácido Domingo, Riccardo Minasi, Aida Garifullina und Javier Camarena beim Applaus.(c) imago/Manfred Siebinger
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KritikAida Garifullina, Javier Camarena und Plácido Domingo waren die umjubelten Stars in Bizets konzertant aufgeführten „Les pêcheurs de perles“.

Nennen Sie dieses Werk ,Die Heringsfischer‘ oder ,Die Austernfischer‘, und es wird nichts an Reiz verlieren, da es gar nichts zu verlieren gibt“, urteilte sein Komponistenkollege Emmanuel Chabrier polemisch über Georges Bizets frühe Oper „Die Perlenfischer“ (1863). In späteren Jahren übten Bizet und seine beiden Librettisten Michel Carré und Eugène Cormon selbst heftige Kritik an diesem für das Pariser Théâtre-Lyrique entstandenen, in Ceylon spielenden Dreiakter: Sie hätten das um Männerfreundschaft, gebrochene Versprechen und missachtetes Keuschheitsgelübde kreisende Geschehen logischer darstellen, die Handlungsfäden klarer formulieren können. Wohl der Hauptgrund, weshalb man diesem Werk auf der Bühne eher selten begegnet. Denn seine musikalische Qualität ist weitaus größer als allenthalben kolportiert.

Ungeachtet der Einflüsse von Gounod, Verdi oder Meyerbeer wartet die 1863 vollendete Partitur bereits mit Zügen auf, wie man ihnen in späteren Bizet-Opern begegnet, nicht zuletzt im Welterfolg „Carmen“. Etwa dass eine unmittelbar eingängige Melodie – in diesem Fall die betörende Kantilene aus dem Duett Nadir-Zurga aus dem ersten Akt – ein ganzes Werk durchzieht, ihm damit eine Art melodischen Stempel aufdrückt. Mindestens ebenso eindrucksvoll ist, mit welch geradezu einfachen Mitteln Bizet die unterschiedlich schillernden exotischen Farben dieser Partitur kreiert.