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Causa Schrott: ÖVP-Abgeordneter legt Mandat nieder

Zudem tritt der Tiroler Nationalratsabgeordnete Dominik Schrott auch von "allen weiteren öffentlichen Funktionen" zurück.

Der schwer unter Beschuss geratene Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordnete Dominik Schrott legt sein Mandat nieder. Zudem trete er auch von "allen weiteren öffentlichen Funktionen" zurück, teilte Schrott am Sonntag in einer Aussendung mit. Die öffentliche Diskussion und die "massive mediale Berichterstattung" seien eine schwere Belastung für ihn und seine Familie geworden, erklärte Schrott.

Der zurückgetretene ÖVP-Mandatar zeigte sich indes weiter von seiner Unschuld überzeugt. Er sei davon überzeugt, dass die anstehende rechtliche Klärung der "haltlosen Vorwürfe" zu einer vollständigen Entlastung führen werde, sagte der Politiker.

"Ich habe mich nie meiner Verantwortung entzogen und hätte gerne die Chance bekommen, meine persönliche Integrität unter Beweis zu stellen", erklärte Schrott weiters. Er möchte jedoch nicht, dass "unsere Reformbewegung aufgrund dieser Beschuldigungen an Glaubwürdigkeit verliert", so der türkise Nationalratsabgeordnete. Die vollständige Aufklärung der "massiven Vorhaltungen" gegen seine Person seien ihm "weiterhin ein großes Anliegen", meinte der 30-jährige Tiroler.

Schrott war in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten. Unter anderem wurde ihm vorgeworfen, ein manipuliertes Gewinnspiel zwecks Werbung für seinen Vorzugsstimmenwahlkampf veranstaltet zu haben. Zuletzt sah er sich auch noch mit Anschuldigungen konfrontiert, wonach ein von ihm gegründeter Verein 2017 insgesamt 24.000 Euro an seine Wahlkampfagentur "Smart Ventures" für die Erstellung einer Homepage gezahlt haben soll, die es jedoch bis heute nicht gibt. "Die Presse" berichtete am Freitag ausführlich darüber.

Pfurtscheller folgt

Für Schrott rückt nun die Tiroler ÖVP-Bundesrätin Elisabeth Pfurtscheller in den Nationalrat nach. Dies bestätigte die Landespartei. Pfurtscheller feiert damit ein Comeback im Hohen Haus, war sie doch bereits in der vergangenen Legislaturperiode als Nationalratsabgeordnete tätig.

Bei der Nationalratswahl im vergangenen Oktober wurde die ÖAAB-Frau jedoch als Spitzenkandidatin der Partei im Tiroler Oberland von Schrott überflügelt. Dieser führte einen massiven Vorzugsstimmenwahlkampf und kam dabei auf 7.093 Stimmen. Pfurtscheller konnte hingegen nur 4.365 Vorzugsstimmen auf sich vereinen.

Reaktionen auf den Rückzug 

Tirols ÖVP-Landesparteichef und Landeshauptmann Günther Platter reagierte knapp auf den Rückzug Schrotts: "Es war wichtig, dass der Abgeordnete selbst die politische Verantwortung übernommen und die Konsequenzen gezogen hat." Die Tiroler SPÖ begrüßte den Rücktritt, will aber jetzt das "System ÖVP" beleuchten.

Schrott und die ÖVP hätten weiter dringenden Aufklärungsbedarf, erklärte SPÖ-Vizeparteichef Georg Dornauer. "Keiner der zahlreichen Vorwürfe gegen Schrott ist bis dato zufriedenstellend aufgearbeitet worden. Zu viele Fragen sind noch offen. Auch die ÖVP muss sich massiv hinterfragen: Immer wieder wird aufgezeigt, dass ein schneller Aufstieg in der Volkspartei mit dubiosen Praktiken einhergeht", so Dornauer.

Auch die "freihändige Vergabe von Aufträgen an verhaberte PR-Agenturen und Postenschacherei" seien den Tirolern in der Vergangenheit viel zu oft begegnet, wenn es um die Volkspartei gegangen ist, ritt Dornauer schwere Attacken. "Jetzt ist es an der Zeit, dass türkis-schwarze System zu hinterfragen", meinte der Landtagsabgeordnete.

 

(APA)