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Patente: Europa verliert

Symbolbild.
Symbolbild.(c) APA/AFP/LIONEL BONAVENTURE (LIONEL BONAVENTURE)
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Vor allem bei digitalen Technologien holt China massiv auf, heißt es in einer Prognos-Studie.

Berlin. Europas Erfinder geraten bei der Zahl der Patentanmeldungen zunehmend ins Hintertreffen. Vor allem bei den immer wichtigeren digitalen Technologien liegen andere Länder vorn, teilte das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos auf Basis von Daten des Europäischen Patentamts mit. Der Anteil der USA bei Digitalpatenten schrumpfte von 2005 auf 2015 von 40 auf 30 Prozent, jener der EU von 30 auf 14 Prozent. Der Anteil Chinas wuchs indes von unter fünf auf 27 Prozent. Prognos erwartet, dass auf digitale Technologien gestützte Waren, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle und Standards künftig mehr aus den Ländern und Regionen kommen werden, die heute in der Patentstatistik vorn liegen. Je mehr Patente, desto innovativer ein Land, lautet diese Logik. Die Zahl der Patentanmeldungen sei allerdings nur ein Indikator für Erfindergeist, räumte eine Sprecherin ein. „Er zeigt aber, wer seine Forschungsergebnisse auf die Straße bringt und zu Geld macht.“

Gemessen an der Zahl sämtlicher angemeldeter Patente liegen die USA und die EU mit 25 Prozent etwa gleichauf an der Spitze, aber mit sinkender Tendenz. Größter Gewinner ist China, dessen Anteil von zwei Prozent auf 14 Prozent stieg.

„Angesichts der ökonomischen Potenz der USA und Chinas verspricht nur ein gemeinsames Vorgehen der EU Erfolg“, sagt Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff. Nationale Alleingänge bei der Förderung von F&E und Vermarktung digitaler Technologien seien aufgrund mangelnder Ressourcen zum Scheitern verurteilt. (AFP)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 29.08.2018)