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Kurz will mit Visite Wogen in Kiew glätten

Dieses Bild ging nicht um die Welt - neben Putin war auch Kanzler Kurz bei Karin Kneissls Hochzeit - aber ebenso kurz.
Dieses Bild ging nicht um die Welt - neben Putin war auch Kanzler Kurz bei Karin Kneissls Hochzeit - aber ebenso kurz.APA/ROLAND SCHLAGER/APA-POOL
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Der Kanzler will in der nächsten Woche die "bilateralen Beziehungen vertiefen". Kritik an der Putin-Einladung zur Hochzeit von Außenministerin Kneissl kam auch vom US-Botschafter.

Wien/Kiew. Die Einladung des russischen Präsidenten zur Hochzeit von Außenministerin Karin Kneissl sorgt weiter für Gesprächsstoff. Und sie ist offenbar Anlass für einen – vorgezogenen – eintägigen Besuch von Bundeskanzler Sebastian Kurz in der Ukraine am nächsten Dienstag. Zwar heißt es aus dem Außenamt formelhaft, dass Kurz die „guten bilateralen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen weiter vertiefen“ wolle. Doch bekannterweise waren Politiker in Kiew über die Anwesenheit von Wladimir Putin bei Kneissls Hochzeit erbost.

Auch wenn Kneissl „garantierte“, dass Russland wegen der Hochzeitseinladung für Putin keine Sonderbehandlung erhalte und der außenpolitische Kurs Österreichs neutral bleibe, sind ukrainische Politiker skeptisch. Außenminister Pawlo Klimkin sagte, die Rechtfertigungen würde bei ihm ein „trauriges Lächeln“ hervorrufen. Die Vorsitzende des außenpolitischen Ausschusses, Hanna Hopko, betonte, dass nach der Hochzeitseinladung für Putin Österreich nun kein neutraler Vermittler in der Ukraine mehr sein könne.

Einen Zusammenhang zwischen dem Ärger über die Hochzeitsteilnahme Putins und der Reise des Bundeskanzlers konnte das Bundeskanzleramt gegenüber der APA nicht bestätigen. Gerüchten zufolge gab es allerdings ein Telefonat des ukrainischen Präsidenten, Petro Poroschenko, mit Kurz nach der Hochzeit vom 18. August in den südsteirischen Weinbergen.

„Nicht zu gebrauchen“

Kritisiert wurde die Einladung des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, am Dienstag vom US-Botschafter in Österreich, Trevor Traina, der gegenüber der „ZiB 2“ Skepsis an der Brückenbauer-Funktion der Regierung in Wien äußerte.

„Wenn jemand ein Brückenbauer sein will, dann muss er schon beide Seiten miteinander verbinden, oder die Brücke ist nicht zu gebrauchen“, sagte der US-Botschafter. Traina ist seit Mai als Botschafter der USA in Österreich tätig. (APA)
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("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2018)