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Salzburgs veränderte Rolle auf dem Transfermarkt

Meister Salzburg sieht dem Finish der Transferzeit gelassen entgegen. Abgänge sind laut Sportdirektor Christoph Freund keine mehr zu erwarten. Auch, weil sich Salzburg diesen Sommer neu positioniert hat.

Salzburg. Meister Red Bull Salzburg stellte sich unabhängig vom Ausgang des entscheidenden Duells um den Champions-League-Einzug mit Roter Stern Belgrad (nach Redaktionsschluss) auf einen ruhigen Transferschluss ein. Geht es nach Sportdirektor Christoph Freund, sollen bis Ende der Wechselfrist am Freitag keine Spieler mehr geholt oder abgegeben werden. Die Salzburger haben im Sommer aus einer Position der Stärke agiert, lukrative Angebote wurden abgelehnt.

„Wir sind ein bisschen einen anderen Weg gegangen als im Sommer davor. Wir waren nicht unmittelbar darauf angewiesen, Geld einzunehmen“, erklärte Freund. Diese Möglichkeit habe man sich durch gute Transfers in der Vergangenheit erarbeitet. Zwar gaben die Salzburger mit Vizeweltmeister Duje Ćaleta-Car (für den Klubrekord von 17 bis 19 Millionen Euro zu Olympique Marseille) und Valon Berisha (für 7,5Mio. Euro zu Lazio Rom) auch in diesem Sommer zwei Leistungsträger ab, sonst wurde die Mannschaft nach dem Einzug ins Europa-League-Halbfinale aber zusammengehalten. Stefan Lainers Transfer zum SSC Napoli etwa schob der Klub einen Riegel vor.

Auch bei den Mittelfeldspielern Diadie Samassekou und Amadou Haidara schlug man mögliche zweistellige Millionenerlöse aus. „Es hat schon konkretes Interesse gegeben, auch von größeren Vereinen in Europa, das war schon die Kategorie Champions League“, sagte Freund. „Wir haben uns da aber klar positioniert, den interessierten Klubs abgesagt.“

Als Beginn einer neuen Ära, in der auch absolute Klassespieler in Salzburg gehalten werden, will Freund das aber nicht verstanden wissen. „Grundsätzlich ändert sich unser Weg nicht, gute Spieler zum richtigen Zeitpunkt zu verkaufen“, betonte der Sportchef. „Wir wollen glaubwürdig bleiben und den Jungs den nächsten Schritt ermöglichen.“ Sonst würden Toptalente – wie im kommenden Winter etwa der Norweger Erling Braut Håland–auch gar nicht nach Salzburg kommen. Freund: „Es ist ganz wichtig, dass wir das Rad immer wieder am Laufen halten.“

 

Klare Ausrichtung

Bis Freitag dürfte es allerdings stillstehen. „Es ist unser Plan, mit dieser Mannschaft in den Herbst zu gehen“, sagte Freund, der aber weiß, dass „im Fußball schon verrückte Sachen passiert sind, auch kurz vor Transferschluss.“ Er sei dennoch auf einen ruhigen Tag eingestellt. Die Übertrittszeit endet in Österreich um null Uhr in der Nacht auf Samstag. „Es sollte nicht zu hektisch verlaufen. Wir haben nicht wirklich etwas auf der Agenda.“ Keine Auswirkungen auf die Kaderplanung habe laut Freund der Ausgang des Duells mit Belgrad. Selbst wenn den Bullen der Einzug in die Königsklasse abermals verwehrt bliebe, man wäre zumindest erneut in der Gruppenphase der Europa League vertreten. „Es ist ein wichtiges Spiel, aber das Schicksal unseres Vereins hängt nicht von dieser einen Begegnung ab, und auch unser Kader nicht“, erklärte der Sportdirektor. „Es ändert sich nichts an unserer Ausrichtung.“

Einer, der Belgrad mit seiner Geschwindigkeit hätte wehtun können, fehlt. Hwang Hee-chan weilt mit Südkorea bei den Asien-Spielen in Indonesien, obwohl für das U23-Turnier keine internationale Abstellungspflicht besteht. Schon bei dessen Verpflichtung im Dezember 2014 sei es laut Freund „für ihn und seine Familie ein wichtiges Thema gewesen, dass er die Asien-Spiele bestreiten kann“. Zumal man sich als Goldmedaillengewinner in Südkorea den 21-monatigen Wehrdienst erspart. „Er hätte uns sicher geholfen“, meinte Salzburgs Sportchef. Es sei „keine optimale Situation, aber wir haben uns daran gehalten, was wir bei den Vertragsgesprächen zugesagt haben.“ Der restliche Kader sei stark genug. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2018)