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Salzburg: Geführt, gejubelt – und wieder gescheitert

FUSSBALL UEFA CHAMPIONS LEAGUE QUALIFIKATION: RED BULL SALZBURG - ROTER STERN BELGRAD
APA/DANIEL KRUG
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Champions League. Salzburg führte im Playoff-Rückspiel mit 2:0 gegen Roter Stern Belgrad, doch der Traum der Millionenliga zerplatzte binnen 77 Sekunden mit dem 2:2 – zum bereits elften Mal.

Salzburg/Wien. Fußball kann ein so grausames Spiel sein. Salzburg führte im Playoff-Rückspiel gegen Roter Stern Belgrad mit 2:0. Eine Stunde lang war Österreichs Serienmeister klar überlegen, Treffer durch Munas Dabbur (45., 46./Elfmeter) hatten das Tor zur Champions League weit aufgemacht. Doch dann zerplatzte der historische Traum binnen 77 Sekunden noch. Salzburgs Abwehr leistete sich zwei unerklärliche, kapitale Blackouts, die Serben glichen zum 2:2 aus – und zogen damit selbst erstmals in die Millionenliga ein.

Die Bullen sind damit zum elften Mal am Einzug in die Millionenliga gescheitert. Statt der Auslosung heute und der Hoffnung auf Duelle gegen Lionel Messi wartet erneut nur die Europa League (Freitag Auslosung, 13 Uhr). Es ist so bitter – so nahe war Salzburg der Königsliga noch nie.

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Zuerst das lange Warten

Haifa, Tel Aviv, Malmö und Zagreb war Österreichs Serienmeister seit der Einführung des Meisterweges 2009 im Playoff bereits unterlegen. 10.000 Serben machten Stimmung, statt Junuzović (verletzt) stand Schlager auf dem Feld, neben Dabbur sollte Daka (statt dem zuletzt schwachen Yabo) im Angriff auf Bälle lauern. Salzburg strebte nach einem schnellen Tor, Rose begehrte derer (sicherheitshalber) sogar zwei, Roter-Stern-Coach Vladan Milojević sah das 4-3-2-1-Erfolgsrezept hingegen erneut in der Abwehr.

Die Bullen starteten mit Druck, Wolf (2.) demonstrierten bereits mit dem ersten Schuss, dass Salzburg dieses Endspiel gewinnen will. Dynamik, Verlangen, Einsatz – Österreichs Meister spielte wie verwandelt. Nur, Belgrad war nicht beeindruckt und Salzburg fehlte der letzte, entscheidende Pass (9., Daka) – oder Schuss. Der Sambier, 19, traf nicht ins leere Tor nach einem kapitalen Fehler von Keeper Borjan (10.), sondern nur den Fuß eines Belgrad-Verteidigers.

Ramalhos Schuss (14.) war unangenehm, Daka (19.) scheiterte sogar nach perfekter Dabbur-Vorlage. Salzburg war überlegen, drückend sogar mit über 60 Prozent Ballbesitz und zig Schüssen. Belgradtat, wie erwartet, für die Offensive fast nichts.

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Ulmer flankt, Dabbur trifft

Salzburgs Offensive, Mut und Risiko sollten sich für die Bullen (seit November 2016 daheim ungeschlagen9 dann auch lohnen. Als Dabbur (45.) aus seiner ersten, großen Möglichkeit das verdiente 1:0 erzielte – ein Traum-Volley nach Ulmer-Flanke – herrschte breite Euphorie. Die erste Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League war zum Greifen nahe. Sie war so real.

„Die Erleichterung ist jetzt schon enorm, wir haben so viel investiert“, sagte Sportchef Christoph Freund schon zur Halbzeit. „Wir sind fast am Ziel“, appellierte er und hoffte auf ein zweites Tor. Er sollte darauf auch nicht lange warten müssen: Savić foulte Wolf prompt im ersten Angriff nach Wiederbeginn. Es gab Elfmeter. Und Munas Dabbur verwandelte den Strafstoß sicher zum 2:0 (47.).

Belgrad brauchte nun zwei Treffer, um das Aus gegen den EL-Halbfinalisten der vergangenen Saison noch abzuwenden. Erst gab es ein Gerangel, Hektik, zwei Gelbe Karten. Belgrad schöpfte just daraus Mut, Salzburg war heillos verunsichert – und damit wendete sich das Blatt nach nur zwei Standardsituationen.

Doppelpack von Ben

Erst traf Ben Nabouhane (65.) zum Anschlusstreffer. Nur eine Minute später legte er, sogar noch bedrängt von Schlager, (66.) nach – 2:2. Die Serben feierten den Stürmer von den Komoren, Salzburgs Mannschaft war in sich zusammengebrochen. Von dem zuvor eine Stunde lang verkörperten Souverän war plötzlich nichts mehr übrig.

In diesem Augenblick waren die Bullen ausgeschieden. Wieder einmal, zum elften Mal.