ÖVP: Die wilden Schwarzen im Westen

Ist Günther Platter der ÖVP zu harmoniebedürftig?
Ist Günther Platter der ÖVP zu harmoniebedürftig?Die Presse (Clemens Fabry)
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Die Tiroler Landespartei macht der Bundespartei und Kanzler Sebastian Kurz nicht erst seit der Affäre um den Nationalratsabgeordneten Dominik Schrott wenig Freude.

Wien. Am Ende waren es die Fotos, die Dominik Schrott die politische Karriere gekostet haben: Schrott bei einem Empfang lachend neben Sebastian Kurz, Schrott unterstützt vom Bundeskanzler bei einem Wahlauftritt, Schrott Arm in Arm mit dem Parteichef – kaum ein Bericht über die Affäre rund um den ehemaligen Tiroler ÖVP-Nationalratsabgeordneten erschien ohne ein Foto mit Sebastian Kurz.

„Das ging einfach nicht“, heißt es aus der ÖVP. Die Umgebung des Kanzlers habe Druck gemacht, damit Schrott, der wegen seltsamer Gewinnspiele in seinem Wahlkampf und fragwürdiger Förderaufträge in die Kritik geraten war, zurücktritt. Es war das erste Mal, dass ein Mitglied der „neuen ÖVP“ um Sebastian Kurz ins schiefe Licht geraten war. Nicht neu war, dass es in Tirol passiert ist. Das Bundesland macht dem ÖVP-Chef derzeit wenig Freude. Wann immer es in den vergangenen Wochen und Monaten Probleme gab oder parteiinterne Kritik öffentlich laut wurde, es passierte im Westen.

Allgemeine Unfallversicherungsanstalt (AUVA), Zwölf-Stunden-Arbeitstag – die Tiroler ÖVP hat mit mehreren ÖAAB-Mitgliedern, allen voran Erwin Zangerl, einige der pointiertesten Kritiker der Koalition. Bei Zangerl mag das an seiner Funktion liegen – er ist Präsident der Tiroler Arbeiterkammer –, aber sich ständig Kritik an den „unsozialen Türkisen“ und der „neoliberalen Regierungsdiktatur“ anhören zu müssen, geht der Bundespartei langsam auf die Nerven.

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