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Rapid zittert sich in die Europa League

APA/HANS PUNZ
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Trotz einer 1:2-Niederlage in Bukarest steht Rapid in der Europa-League-Gruppenphase. Düdelingen lieferte indes eine Sensation.

Das erste große Saisonziel, den Aufstieg in die Gruppenphase der Europa League, hat Rapid erreicht. Doch das Play-off-Rückspiel bei FCSB, dem rumänischen Vizemeister und Nachfolgeklub von Steaua Bukarest, wurde völlig unnötig zur Zitterpartie. Das Unterfangen, einen 3:1-Vorsprung aus dem Hinspiel in Wien zu verteidigen, gelang mit der 1:2-Niederlage (Gesamtscore 4:3) denkbar knapp. Ein glückliches Resultat, das Trainer Goran Djuricin so kommentierte: „In der ersten Halbzeit haben wir uns in die Hosen gemacht. Dann haben wir mehr probiert, mehr längere Bälle gespielt. Die schönste Niederlage meiner Karriere.“

Dabei fand Rapid in Bukarest immer Räume für Gegenstöße vor, waren es doch die Rumänen, die zwei Tore aufholen mussten. Dass diese Chancen nicht genutzt wurden, lag an verstolperten Zuspielen, zu wenig Tempo und mangelnder technischer Qualität.

Entschlossenheit zeigte hingegen Mihai Roman in der elften Minute mit einem (abseitsverdächtigen) Vorstoß und punktgenauen Pass in den Lauf von Steaua-Torjäger Harlem Gnohéré. der nur noch einschießen musste. Die Grün-Weißen strauchelten. Andrei Ivan vergab die Chance zum Abschluss aus aussichtsreicher Position wegen eines Stoppfehlers (24.). Thomas Murg scheiterte kläglich mit einem indirekten Freistoß (35.) – der erst 19-jährige rumänische Ersatzgoalie Andrei Vlad hatte einen Rückpass mit der Hand aufgenommen.

Die Hausherren wurden stärker. Sekunden vor dem Pausenpfiff beförderte Mateo Barac den Ball unglücklich ins eigene Tor – 0:2. Der Fehler war schon zuvor passiert, als Roman am Fünfmeterraum frei zum Kopfball gekommen war.

Hälfte zwei begann wie die erste endete, mit einer Topchance der Rumänen. Völlig entgegen dem Spielverlauf profitierte Rapid dann von einem Eigentor der Rumänen. Mihai Balasa knallte nach einer chaotischen Strafraumszene seinen Rettungsversuch ins eigene Tor. Ob Mario Sonnleitners Abschluss überhaupt ins Tor gegangen wäre, ist fraglich (63.). Weil Alar (66.) und Ivan (83.) die Vorentscheidung vergaben, musste Goalie Richard Strebinger noch einmal retten, eine Glanzparade (86.).

Rapid darf dank der Europa League nun mit zusätzlichen Einnahmen von rund acht Millionen Euro rechnen. Heute aber blickt alles im grün-weißen Lager auf die Auslosung der Gruppenphase in Monaco (13 Uhr, live Eurosport, uefa.com). Rapid könnte hochkarätige Gegner wie Chelsea, Arsenal oder Leverkusen zugelost bekommen, gespielt wird dann ab 20. September. Ein Duell mit Bundesligarivale Red Bull Salzburg ist nicht möglich.

Düdelingen, die Sensation

Im Gegensatz zu Rapid hatte Düdelingen kaum Probleme mit seinem rumänischen Play-off-Gegner. Der luxemburgische Meister, der Bekanntheit erlangte, als er 2012 in der Champions-League-Qualifikation Salzburg ausschaltete, hat sensationell Rumäniens Meister CFR Cluj mit einem Gesamtscore von 5:2 verabschiedet. F91 Düdelingen ist der erste Klub aus Luxemburg in einer europäischen Gruppenphase.

Auch RB Leipzig hat den Aufstieg geschafft, hatte mit Sorja Luhansk aus der Ukraine aber viel Mühe, setzte sich im Rückspiel zuhause (Hinspiel: 0:0) erst in letzter Minute dank eines Elfmeters von Emil Forsberg 3:2 durch.

Der frühere ÖFB-Teamchef Marcel Koller scheiterte hingegen mit dem FC Basel wegen der Auswärtstorregel an Apollon Limassol (Gesamtscore 3:3).

(joe)