Karin Kneissl in der ZIB 2: Vom Knicks zum Bossa Nova

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Entstehen durch den Tanz mit Putin neue Formen der Diplomatie? Es scheint fast so.

Natürlich hat Karin Kneissl es mehr als satt, über ihre Hochzeit und Putins Aufwartung bei ebendieser zu sprechen. Das ist auch völlig verständlich. Journalisten auf der anderen Seite haben es noch nicht satt, Fragen dazu zu stellen oder darüber zu schreiben. Da gibt es also eine gewisse Diskrepanz.

Am gestrigen Donnerstag war es wieder soweit, die Außenministerin war in der ZIB 2 zu Gast, wo sie zu Italien, der Flüchtlingsverteilung und der Rolle Eurpas im Syrienkonflikt (worüber sie fraglos große Sachkenntnis hat) befragt wurde. Im Interview mit Lou-Lorenz Dittlbacher sieht man eine sehr selbstbewusste Frau, die viele Optionen ins Auge fasst, die sich in ihrer Planung auch nicht von kriegerischen Auseinandersetzungen und Machtwechseln überraschen lassen wird.

Überrascht war sie aber offenbar davon, dass es bei ihrer Hochzeit gegen die Vereinbarung mit dem russischen Protokoll Filmaufnahmen gab und der mittlerweile berühmte Tanz und Knicks bald bei "Russia Today" zu sehen waren. Von beiden Seiten sei ein "privater Besuch" konzipiert gewesen, sagt Kneissl, erklären kann sie sich die Aufnahmen deshalb nicht.

Neuigkeiten in Sachen Tanz kamen übrigens auch abseits der ZIB 2 vom informellen Treffen der EU-Außenminister in Wien. Kneissl sprach von einer "sehr, sehr angenehmen Atmosphäre" beim Abendessen mit ihren EU-Kollegen. Sie hätte einige "Samba- und Bossa Nova-Runden" mit ihrem britischen, griechischen, rumänischen und polnischen Amtskollegen gedreht, erzählte Kneissl am Freitag vor Journalisten.

Vielleicht führen Tanz und Knicks also gar zu einer neuen Art der Diplomatie? Kneissl deutet es jedenfalls an: "Diplomatie kann mehr sein, als sich wechselseitig Policy-Briefing-Notes um die Ohren zu hauen". Darf man auch nach Filmaufnahmen fragen?

Das Interview mit Karin Kneissl zum Nachsehen in der ORF-TVthek. Es gibt auch eine Langversion.

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