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Regierung will nur noch Sommerzeit

Die Bundesregierung ist für die dauerhafte Sommerzeit und das EU-weite Ende der Zeitumstellung.
Die Bundesregierung ist für die dauerhafte Sommerzeit und das EU-weite Ende der Zeitumstellung.APA/dpa/Federico Gambarini
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Österreich unterstützt eine EU-weite Abschaffung der Winterzeit.

Wien/Brüssel. Die Bundesregierung ist für die dauerhafte Sommerzeit und das EU-weite Ende der Zeitumstellung. Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) sagte, dass durch die Zeitumstellung keine Energieeinsparungen erfolgt seien. Daher solle sich die EU an den 60 Ländern orientieren, die bereits dauerhafte Sommerzeit haben. „Es macht wirklich nur Sinn, eine Zeit zu haben.“ Auch in Hongkong, wo sich Schramböck, Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bildungsminister Heinz Faßmann (beide ÖVP) gerade befinden, gebe es keine Zeitumstellung.

Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) sagte, dass die Zeitumstellung ein gewisses Risiko darstelle. „Es ist immer eine gewisse Gefahr, wenn jemand eine Stunde früher aufsteht.“ Man solle lieber den Rhythmus einhalten, denn „wir sind biologische Geschöpfe, wir brauchen das“. Hofer rechnet damit, dass das Thema schon beim informellen Verkehrsministerrat auf der Tagesordnung stehen könnte. Er sei für „ewigen Sommer“, scherzte er.

Nach der europaweiten Onlinebefragung zur Zeitumstellung will die EU-Kommission deren Abschaffung empfehlen. Da sich in der Umfrage eine Mehrheit von 80 Prozent der beteiligten EU-Bürger gegen die Zeitumstellung ausgesprochen habe, werde die EU-Kommission einen entsprechenden Beschluss fällen, kündigte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker im ZDF- „Morgenmagazin“ an. „Die Menschen wollen das, wir machen das“, so Juncker. Dann seien die Mitgliedstaaten und das EU-Parlament am Zug.

Für eine Abschaffung der Zeitumstellung hat sich nun auch die deutsche Bundeskanzlerin, Angela Merkel, ausgesprochen. „Ich freue mich, wenn die EU-Kommission dieses Votum ernst nimmt. Wenn man es so gemacht hat, dann sollte daraus auch etwas folgen“, sagte sie am Rande eines Staatsbesuchs in der nigerianischen Hauptstadt Abuja. (ag.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.09.2018)