Reaktionen auf Vassilakou-Rückzug: Von "großem Respekt" bis "Besser spät, als nie"

Die Wiener SPÖ zollt Vassilakou Respekt und rechnet weiterhin mit konstruktiver Zusammenarbeit. Die FPÖ ist erfreut über den Abgang der Vizebürgermeisterin, die ÖVP verlangt Neuwahlen.

Die Wiener SPÖ hat am Sonntag der scheidenden Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou (Grüne) Respekt ausgesprochen. Man sei zuversichtlich, dass auch in Zukunft die Koalition mit den Grünen konstruktiv weitergehen werde, sagte SPÖ-Landesparteisekretärin Barbara Novak in einer Aussendung.

"Die Entscheidung von Vizebürgermeisterin Vassilakou respektieren wir. Wir haben mit ihr immer gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet. Nachdem die Entscheidung bei den Grünen über den zukünftigen Spitzenkandidaten gefallen ist, rechnen wir auch weiterhin mit einer konstruktiven Zusammenarbeit innerhalb der Regierung. Unser Ziel ist es, gemeinsam für Wien, bis zum Ende der Legislaturperiode zu arbeiten", hieß es.

Die Grünen Österreich zollten der scheidenden Wien-Politikerin ebenfalls "großen Respekt" für ihre Entscheidung, die "Staffel weiterzugeben": "Maria Vassilakou hat einen großen Anteil daran, dass Wien zur lebenswertesten Stadt der Welt gewählt wurde. Ihre Projekte für eine moderne und grüne Metropole sind gut sichtbar", zeigte sich die Vizechefin der Grünen, Regina Petrik, in einer Aussendung überzeugt.

FPÖ: "Besser spät, als nie"

Für den geschäftsführenden Obmann der Wiener FPÖ, Johann Gudenus, handelt es sich bei dem angekündigten Rückzug hingegen um einen erfreulichen Schritt: "Besser spät, als nie! Vassilakou hat sehr lange gebraucht, ihr damaliges Versprechen - sollten die Grünen bei der Wien-Wahl 2015 verlieren, so würde sie zurücktreten - einzulösen", höhnte er. Der Freiheitliche sprach von einem missglückten Politikexperiment, wobei er unter anderem auf das seiner Ansicht nach "ohne Rücksicht auf Bürgerinteressen" umgesetzte Heumarkt-Projekt erwähnte.

Wiens ÖVP-Chef Gernot Blümel befand, es sei an der Zeit, nun den Weg für Neuwahlen in Wien freizumachen: "Die Wienerinnen und Wiener sollen über die Zukunft ihrer Stadt entscheiden", forderte er in einer Aussendung: "Viel zu lange schon geht es bei Rot und Grün ausschließlich um Interne Personal- und Führungsfragen. Die Zukunft unserer Stadt bleibt dabei auf der Strecke. Jetzt muss es endlich wieder um Wien und die Herausforderungen der kommenden Jahre und Jahrzehnte gehen."

(APA)

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