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Bereit für Re-Growing? Alles über den neuen Küchentrend.

© Plantura GmbH aus „Regrow your veggies“, Verlag E. Ulmer
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Aus Chinakohlstrünken und anderen Gemüseresten in der eigenen Küche neues Leben wachsen lassen: Das ist Re-grow.

Vielleicht kann man Kinder ja so zum Salatessen bewegen? Wer in der eigenen Küche aus scheinbaren Salatabfällen junge Blätter wachsen lässt, bekommt eine stärkere Beziehung zu frischem Grünzeug. Man braucht keinen Garten, um zuhause Salat oder Jungzwiebel wachsen zu lassen - die Küchenfensterbank reicht aus.

Der Re-Grow-Trend fügt sich in die Zero-Waste-Welle ein: Ein Drittel aller weltweit erzeugten Lebensmittel landen im Müll, was mittlerweile unter anderem Spitzenköche wie Massimo Bottura als kulinarische Vorbilder auf die Barrikaden gehen lässt und zu diversen Projekten anregt. Warum Salatstrünke wegwerfen, wenn sich daraus neues Leben "zeugen" lässt? Alles, was man dafür braucht, sind in erster Linie Licht, Wasser und Wärme. Jungpflanzen, die noch Wurzeln ausbilden müssen, sind besonders lichtbedürftig. Und die grünen Schützlinge haben gern warme Füße - für eifrige Re-Grower gibt es sogar schon spezielle Heizmatten.

Chinakohl-StrunkPlantura GmbH aus „Regrow your veggies“, Verlag E. Ulmer
Ulmer Verlag

Warum aus Strünken überhaupt neues Leben nachwächst, erklären die Autoren des Buchs "Regrow your Veggies", Melissa Raupach und Felix Lill, so: Die einzelnen Zellen der Pflanzen besitzen das komplette genetische Material. "Das heißt, eine Zelle, die im Strunk des Romana-Salats sitzt, beinhaltet noch alle Informationen, um zum Beispiel eine Wurzelzelle oder auch eine Blattzelle zu werden. Der Fachbegriff dazu lautet Totipotenz."

Welche Gemüse eignen sich nun besonders für Re-Growing? Chinakohl und Romana-Salat, also Salate mit kräftiger Blattstruktur, wachsen zuverlässig nach und liefern schnelle Ergebnisse. Man schneidet den Strunk zurecht (wie, zeigt etwa das Buch mit Bild-Anleitungen, auch im Internet wird man fündig) und legt ihn mit ein wenig Wasser in ein Wasserglas. Das Wasser muss man alle paar Tage wechseln, und sobald sich das erste Grün zeigt, kann man den Strunk in Erde einpflanzen. Auch Frühlingszwiebeln oder Lauch eignen sich - die Wurzelabschnitte, die man ansonsten immer wegwirft, treiben, in Wasser gesetzt, nach wenigen Tagen schon aus. Rote Rüben und Stangelsellerie stehen ebenfalls auf der Re-Grow-Liste, und wer es exotisch mag, kann es mit Ingwer, Süßkartoffeln und Kurkuma versuchen.

Buchtipp

"Regrow your veggies - Gemüse endlos wachsen lassen", Melissa Raupach, Felix Lill, Ulmer Verlag.

(red.)