Libyen: Anarchische Schlacht in Tripolis

Gewehr- und Raketensalven heulen durch die Straßen von Tripolis. Die Menschen haben alle Hände voll zu tun, die glosenden Feuer zu löschen.
Gewehr- und Raketensalven heulen durch die Straßen von Tripolis. Die Menschen haben alle Hände voll zu tun, die glosenden Feuer zu löschen.REUTERS
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Die Hauptstadt versinkt im Chaos. Rivalisierende Milizen kämpfen um die Macht. Italien bangt um Rücknahmeabkommen. 50.000 Migranten warten angeblich auf die Überfahrt.

Tunis/Tripolis. Italien blickt mit Bangen übers Mittelmeer nach Libyen, wo nach den Bürgerkriegswirren das Chaos neuerlich um sich greift. In einem Interview bezichtigte Matteo Salvini, der Innenminister und starke Mann der Regierung in Rom, Frankreich, die jüngste Eskalation in Tripolis mitverursacht zu haben. „Militärinterventionen lösen nichts.“ Salvini liegt mit Frankreichs Präsidenten, Emmanuel Macron, in einer Dauerfehde.

Italien fürchtet vor allem, dass das Abkommen über die Rücknahme von Flüchtlingen Makulatur werden könnte. Angeblich warten an den libyschen Küsten rund 50.000 Migranten auf eine Überfahrt übers Mittelmeer – darunter, wie Salvini vermutet, Islamisten. Eine Entsendung von Spezialeinheiten in den Maghreb-Staat dementierte Italien allerdings. Derzeit befinden sich im Land 350 italienische Militärberater im Einsatz.

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