Syrien: Banges Warten auf das Blutbad von Idlib

Syrische Rebellen verstärken eine Stellung in der Provinz Idlib. Sie erwarten einen Angriff der Armee von Präsident Assad, den Russland und der Iran militärisch unterstützen.
Syrische Rebellen verstärken eine Stellung in der Provinz Idlib. Sie erwarten einen Angriff der Armee von Präsident Assad, den Russland und der Iran militärisch unterstützen.(c) APA/AFP/NAZEER AL-KHATIB
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Die letzte große Schlacht im Bürgerkrieg zieht herauf. Spätestens am Freitag fallen die Würfel. Das Gemetzel scheint unabwendbar.

Kairo/Damaskus. Die letzte große Schlacht im syrischen Bürgerkrieg steht unmittelbar bevor. Schon schlugen erste Granaten ein, die russische Luftwaffe flog nach drei Wochen Pause wieder Angriffe: Vorboten einer massiven Militäroffensive. Assads Armee ist aufmarschiert, um Idlib, die Rebellenhochburg im Norden, einzunehmen. Die UNO befürchtet ein Blutbad, 800.000 neue Flüchtlinge und ein humanitäres Desaster. US-Präsident Donald Trump warnt vor Hunderttausenden Toten. Der Weltsicherheitsrat tritt Freitag zusammen, während zu gleicher Stunde die Präsidenten von Iran, Russland und der Türkei in Teheran über das Schicksal der letzten Rebellenbastion entscheiden. Das Regime von Präsident Assad will das Gebiet zurückerobern, „koste es, was es wolle“. Es ist unwahrscheinlich, dass sich das Blutbad noch abwenden lässt.

1 Wie ist derzeit die Lage in der Rebellenenklave?

In der letzten Hochburg der Assad-Gegner leben gut drei Millionen Menschen, eine Million von ihnen sind Kinder. Die Hälfte der Bevölkerung sind Binnenflüchtlinge aus anderen Teilen Syriens. Hunderttausende leiden unter erbärmlichen Umständen, leben in Zeltlagern und warten nun voller Angst auf die nächsten Tage und Wochen.

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