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Psychotherapeuten zu Asylwerbern: Lehre und Beruf mildern Traumata

Die Mitglieder des Bundesverbands für Psychotherapie betonen den Gesundheitsaspekt einer Lehre für Asylwerber. Diese seien durch eine Reihe von Umständen schwerwiegenden psychischen Belastungen ausgesetzt.

Der Bundesverband für Psychotherapie hat die Entscheidung der Regierung, die Möglichkeit von Lehrlingsausbildungen für Asylwerber bis 25 Jahren wieder abzuschaffen, kritisiert. Eine berufliche Tätigkeit beziehungsweise eine Lehre sei eine Möglichkeit, um erlittene Traumata zu mildern, betonte der Verband am Donnerstag in einer Aussendung.

Junge Asylwerber hätten meist schwere traumatische Erlebnisse hinter sich, müssten sich auf neue Lebenssituationen einstellen sowie Sprach- und Kulturbarrieren überwinden, und seien damit schwerwiegenden psychischen Belastungen ausgesetzt, gab der Verband zu bedenken. Die psychische Aufarbeitung all dieser Umstände würde "vieles abfangen bzw. Folgenschäden vorbeugen". Wenn dies nicht oder nur bedingt möglich ist, so würden sich andere Möglichkeiten anbieten, um Traumata zu mildern - etwa eine berufliche Tätigkeit bzw. eine Lehre.

Denn verlässliche Tagesstrukturen seien hilfreich und wichtig für belastete Menschen, das belege auch die Traumatherapie-Erfahrung. Indem jungen Asylwerbern eine Ausbildung ermöglicht wird, eröffne man ihnen nicht nur Chancen in Österreich für den Fall, dass sie ein Bleiberecht erhalten, "sondern stärkt mit diesen geregelten Tagesstrukturen bzw. kleinen Erfolgserlebnissen die in den meisten Fällen angeschlagene Psyche", so der Psychotherapie-Verband. Für den Fall der Rückkehr in ihre Heimatländer hätten die jungen Erwachsenen "nicht nur ein Stück weit psychische Stabilität gewonnen, um so leichter zur Normalität zu finden, sondern auch einen Beruf erlernt".

(APA)