Rechte "Pro-Chemnitz"-Bewegung plant für Freitag neue Demo

Bild vom Trauermarsch am 1. September in Chemnitz im Gedenken an den Mord an dem jungen Deutsch-Kubaner durch Asylwerber
Bild vom Trauermarsch am 1. September in Chemnitz im Gedenken an den Mord an dem jungen Deutsch-Kubaner durch Asylwerberimago/Hannelore Förster

Chemnitzer Theater hält mit kostenlosem Open-Air-Konzert dagegen.

Nach den teils von Gewalt und Drohungen geprägten Aufmärschen unter anderem stark rechter bis rechtsextremer Personen und zahlreichen  Gegenprotesten stehen dem sächsischen Chemnitz am Freitag neue Kundgebungen bevor. Wie die Stadtverwaltung am Donnerstag mitteilte, plant die rechte Gruppierung "Pro Chemnitz" für Freitagabend am Karl-Marx-Monument in der Innenstadt eine weitere Demonstration. Dazu meldete sie bei der Stadt 1000 Teilnehmer an.

Auf dem Theaterplatz wird es in etwa zeitgleich als Gegenveranstaltung ein kostenloses Open-Air-Konzert des Chemnitzer Theaters unter dem Motto "Kultur für Offenheit und Vielfalt" geben. Dabei werden Musiker der Chemnitzer Oper und anderer Institutionen Beethoven spielen, wie das Theater mitteilte.

Nach dem Mord an einem 35-jährigen Deutsch-Kubaner in Chemnitz Ende August auf offener Straße hatte es dort seither mehrfach Kundgebungen rechter Gruppen und linke Gegenaktionen gegeben. Dabei wurden angeblich auch Ausländer und Journalisten schwer angegriffen - Sachsens CDU-Ministerpräsident Michael Kretschmer sowie die lokale Justiz spielten die Behauptung zuletzt allerdings herunter: "Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd", sagte Kretschmer, die Vorfälle hätten sich sozusagen gerade noch unterhalb einer bestimmten Gewaltschwelle befunden.

Dritter mutmaßlicher Täter noch immer untergetaucht

Zwei mutmaßlich aus Syrien und dem Irak stammende Männer sitzen wegen des Tötungsdelikts in Untersuchungshaft. Nach einem dritten Tatverdächtigen, angeblich ebenfalls einem Iraker, wird seit Dienstag gefahndet.

Als Reaktion auf die Ereignisse formierte sich breiter Protest. Zu einem Konzert deutscher Musiker versammelten sich zuletzt etwa 65.000 Menschen. Medien, NGOs und linke Gruppen stehen freilich auch in der Kritik, die Gewalttätigkeit der betreffenden Asylwerber (mindestens einer davon hätte schon 2016 abgeschoben werden müssen) zu unterspielen und sich vor allem auf die Proteste gegen den Mord zu fixieren.

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