Beim EU-weiten Architekturwettbewerb zum neuen Campus Mariannengasse ging die Wiener Bietergemeinschaft Delugan Meissl Associated Architects und ArchitekturConsult als Sieger hervor.
Rund 340 Millionen Euro fließen in den neuen Campus, der auf einer Fläche von 35.000 Quadratmetern anstelle der ehemaligen Liegenschaften der Wien Energie zwischen Mariannengasse, Höfer-, Rummelhardt- und Spitalgasse entstehen wird. Um die zum teil denkmalgeschützen Gebäudekomplexe zwischen Spitalgasse im Osten und Höfergasse im Westen künftig miteinander zu verbinden, sieht der Wettbewerbsentwurf der Architekten im Erdgeschoß eine zentrale Halle vor, die zwischen dem Häuserblock an der Spitalgasse, einem Mitteltrakt und den Gebäuden an der Höfergasse verläuft.
Um die unterschiedlichen Straßenniveaus der Gebäude auszugleichen, verfügt die Aula über Terrassen, Sitzstufen und Rampen, die auch als "Mobiliar" für informelle Gespräche, zum Arbeiten oder zur Erholung genutzt werden können. Baubeginn ist Ende 2020, die Fertigstellung für 2015 geplant.
Für 744 Wissenschafter der Zentren für Physiologie und Pharmakologie, Anatomie und Zellbiologie, Pathobiochemie und Genetik, Medizinische Physik und Biomedizinische Technik sowie dem Institut für Krebsforschung bedeutet das eine Übersiedlung an einen neuen Arbeitsplatz.
Zudem werden mehr als 2000 Studierende eine neue Lernumgebung vorfinden – mit flexiblen Lehrraumkonzepten, Labors und Skillslab. Geräte für Massenspektrometrie (Verfahren zum Messen der Masse von Atomen und Molekülen), DNA-Zytometrie (Methode zur Frühdiagnose bösartiger Tumoren durch Messung des Gehaltes an Erbsubstanz in ihren Zellen) und Raster-Elektronen-Mikroskopie erweitern die Möglichkeiten von Forschung und Diagnose.
Flexibilität und Durchlässigkeit
Die Entscheidung für das Siegerprojekt fällte eine Wettbewerbsjury mit Vertretern des BMBWF, der MedUni Wien, der BIG, der Stadt Wien und der Kammer der Ziviltechniker. "Die öffentlichen Einrichtungen im Erdgeschoß entlang der Spitalgasse mit Cafe und die Situierung der Mensa an der Ecke Höfergasse/ Rummelhardtgasse bilden eine einladende Campus-Situation", begründete Juryvorsitzende Elsa Prochazka (Kammer der Ziviltechniker und BIG Architekturbeirat) die Entscheidung.
"Die Durchwegung im Inneren des Gebäudes […] verbindet in vorbildhafter Art und Weise die Spitalgasse mit dem Platz an der Rummelhardtgasse. Gleichzeitig bietet das Gebäude auch eine leichte Orientierung. […] Die Idee, einen Mitteltrakt zu schaffen, der optimal auf die Anforderung der Labornutzung reagiert und in dem der Großteil der geforderten Laborflächen untergebracht wird, ist einzigartig und sehr überzeugend. Diese Lösung erfüllt nicht nur das Raum- und Funktionsprogramm, sondern bietet auch ein hohes Maß an Flexibilität und Variabilität für zukünftige Nutzungsänderungen, die einem Universitätsbetrieb immanent sind."