Der Sommer ist vorbei. Wer dem alten Börsentipp für den Sommer („Sell in May and go away“) gefolgt ist, hat von Anfang Juni bis Ende August knapp 7.6% Performance im S&P 500 versäumt. Apple und Amazon haben in den letzten Tagen beide eine Billion Dollar Marktkapitalisierung überschritten (zusammen sind sie jetzt so viel wert wie das gesamte italienische Bruttoinlandsprodukt, immerhin die viertgrößte europäische Volkswirtschaft).
Wer alles verkauft hat, hat aber auch den katastrophalen Absturz der türkischen und argentinischen Währung vermieden (sofern Schwellenländeranleihen im Portfolio waren) und eine richtungslose europäische Börse. Insgesamt war es gut, das Portfolio so wie es Ende Mai war zu lassen und den Sommer fern der Börsennachrichten in Aussee zu genießen.
Wie sieht nun der Herbst für Investoren aus? Die zentralen Datenpunkte, die ich mir für mein Portfolio ansehe sind immer die gleichen: Wirtschaftswachstum (und damit einhergehend Gewinnerwartungen für die Unternehmen), Inflation (und damit die Erwartung für die Zentralbankzinsen), Marktliquidität (und damit einhergehend Stimmung und Bewertungsniveaus) und Risiken, die nicht aus diesen Faktoren stammen. Dieses Bild hat sich über den Sommer nicht stark verändert: das Wirtschaftswachstum bleibt weiterhin hoch aber der Trend wird schwächer; die Inflation erreicht in den USA das angestrebte 2% Niveau bleibt aber in Europa weiterhin schwach und die Liquidität nimmt weiter ab da die Zentralbanken von Quantitative Easing (QE) auf Quantitative Tightening (QT) umschalten.
Ich sehe daher weiterhin gute Unternehmensnachrichten insbesondere in den USA, was den Höhenflug von Apple und Amazon erklärt. Weiters eine stabil auf vorsichtigem Zinserhöhungskurs bleibende Fed und eine weiterhin akkomodative EZB und daher kein Risiko eines überzogenen Zinsanstiegs, der das Wachstum abwürgen könnte. Und schließlich weiter abnehmende Liquidität, was die steigende Volatilität, den Druck auf die Entwicklungsländer und die scharfe negative Entwicklung bei jenen Ländern wie die Türkei, die nicht rechtzeitig ihre volkswirtschaftlichen Ungleichgewichte repariert haben, erklärt.
Ich bleibe daher in einem klassischen „End of Cycle“-Szenario: die Risikomärkte haben noch weiter ein wenig Luft nach oben aber die Volatilität nimmt zu und damit die Gefahr immer öfter auftretender kleiner Krisen oder Rückschläge. Ich werde daher weiter langsam Risiko aus dem Portfolio zu nehmen. Ich nehme hier und dort Gewinne mit und beginne Aktienfonds durch flexible Anleihefonds zu ersetzen. Das ist auch eine der Folgen der Billionen-Aktien: Apple und Amazon sind jetzt jeweils knapp 4% des S&P500, das ist zuviel undiversifiziertes Risiko um nicht Sicherheitspolster einzubauen. Ich werde mir daher auch defensivere Themenfonds für mein Aktienportfolio ansehen: Healthcare, Wasser oder Infrastruktur sind auf meiner Liste.
Auf in einen schönen Herbst (aber mit einer Regenjacke im Rucksack) !
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